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Kritik vom BFN: Bauvorhaben verschlingen zu viel grüne Wiese

Die Verbauung freier Flächen schreitet zu schnell voran. Sie senkt die Lebensqualität durch Schädigung von Klima und Böden, durch Minderung biologischer Vielfalt und der Lebensfähigkeit städtischer Strukturen. Das kritisiert das deutsche Bundesamt für Naturschutz (BFN; www.bfn.de) in einem aktuellen Positionspapier. Schuld daran sei die Konkurrenz der Gemeinden um mehr Einwohner und neue Gewerbegebiete, die zu einer ökonomisch kurzfristigen Planung führe. Wird die Verbauung auch in Zukunft mit der jetzigen Geschwindigkeit vorangetrieben, könnte eine nachhaltige Entwicklung verfehlt werden, warnt das Bundesamt. Ähnliche Probleme der Zersiedelung gibt es auch in Österreich und der Schweiz.

Jeden Tag fallen allein in Deutschland 113 Hektar Freiland, das entspricht etwa 160 Fußballfeldern, diversen Straßen- und Siedlungsbauvorhaben zum Opfer. Der Großteil davon war zuvor Ackerland. Die extensive Nutzung bringt auf mehreren Ebenen Nachteile, unter anderem für den Klimaschutz. Trotz des Zieles der Regierung, die jährlich neu bebaute Fläche zu beschränken, existiere noch kein schlüssiges Konzept zu dessen Umsetzung. "Handelbares Flächenausweisrecht" nennt das Bundesamt den Vorschlag, der eine Lösung des Problems herbeiführen soll. Durch zusätzliche finanzielle Anreize soll die Entwicklung in bereits vorhandene Gewerbe- und Siedlungsflächen gefördert werden, während das Bauen auf der grünen Wiese begrenzt und mit neuen Abgaben verbunden würde. Das Bundesamt schlägt zudem strengere und verpflichtende Prüfungen der Gemeinden bei Neuverbauung vor. Damit soll gezeigt werden, welche ökologischen Auswirkungen und tatsächlichen finanziellen Vorteile bei Bauprojekten zu erwarten sind. Gleichzeitig müssten Siedlungskerne attraktiver fürs Wohnen werden.