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Lästiges Unkraut: Herbizide gegen Sauerklee

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Der Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata) ist ein lästiges Unkraut in Baumschulen und Gartenbau-Betrieben, das sich in den vergangenen Jahren immer weiter ausbreitet hat. In der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn wurde deshalb geprüft, welche Herbizide eine gute Wirkung dagegen entfalten.

Hartnäckig: Sauerklee kann sich stark ausbreiten, nicht nur in Fugen... Foto: Heinrich Beltz

Behandlung von Sämlingen in drei Entwicklungsstadien

Dafür wurden Sämlinge von Oxalis corniculata in Töpfen in drei Entwicklungsstadien behandelt: junge, etablierte Sämlinge zu Blühbeginn, junge Sämlinge mit dem ersten Laubblatt und keimende Samen (Herbizid-Einsatz vor der Aussaat).

Gegen etablierten Sauerklee wurden im Nachauflaufverfahren MaisTer Power (Iodosulfuron, Foramsulfuron, Thiencarbazone, 1,5 Liter pro Hektar), Durano TF (Glyphosat, vier Liter pro Hektar), Ranger (Triclopyr, Fluroxypyr zwei Liter pro Hektar), die Tankmischung aus beiden sowie die Tankmischung aus Durano TF und Callisto (Mesotrione, 1,5 Liter pro Hektar) eingesetzt. Der Brüheaufwand lag bei 400 Liter pro Hektar, die Pflanzen wurden nach Behandlung nicht beregnet.

Kurze Zeit später neue Oxalis-Sämlinge zu finden

Unter den Versuchsbedingungen wirkten alle geprüften Mittel sehr gut gegen Oxalis. Allerdings bildeten die Pflanzen noch kurz vor dem Absterben Samen aus, die im Substrat keimten, sodass kurze Zeit später neue Oxalis-Sämlinge zu finden waren. Das wird auch in der Praxis häufig beobachtet und kann den falschen Eindruck erwecken, die Herbizid-Behandlung habe nicht gewirkt. 

Einen Effekt gegen auflaufende, neue Sämlinge besitzen aber Produkte wie Durano TF oder Ranger nicht, er kann also nicht erwartet werden. Das Herbizid MaisTer Power sowie die Beimischung von Callisto zu Durano TF konnten die Neukeimung deutlich reduzieren.

Bei frisch gekeimten Sämlingen sowie vor der Aussaat wurden verschiedene Bodenherbizide geprüft: Callisto (Mesotrione, 1,5 Liter pro Hektar), Flexidor (Isoxaben, ein Liter pro Hektar), Spectrum (Dimethenamid-P, 1,2 Liter pro Hektar), Sencor Liquid (Metribuzin, 0,3 Liter pro Hektar, Malibu (Pendimethalin, Flufenacet, 4 Liter pro Hektar), Vorox F (Flumioxazin, 0,3 Kilogramm pro Hektar) und Proman (Metobromuron, drei Liter pro Hektar). 

Bodenherbizide mit besonders guter Wirkung

Besonders gut wirkten Sencor Liquid, Malibu, Vorox F und Proman, bei denen alle gekeimten Sämlinge abstarben und keine neuen keimen konnten. Callisto wirkte gegen die jungen vorhandenen Sämlinge gut, konnte aber die Neukeimung nicht völlig verhindern. Flexidor und Spectrum zeigten nur eine schwache Wirkung gegen die vorhandenen jungen Sämlinge und konnten ebenfalls die Neukeimung nicht völlig verhindern.

Die Ergebnisse zeigen also, dass die üblichen Herbizide durchaus eine recht gute Wirkung gegen Sauerklee besitzen. Häufig breitet sich der Wärme liebende Oxalis allerdings in Gewächshäusern oder in Ritzen von Pflasterflächen aus. Dann ist zu berücksichtigen, dass keines der geprüften Herbizide in Gewächshäusern eingesetzt werden darf und der Pflanzenschutzmitteleinsatz auf Wegen und Plätzen generell verboten ist. Hier kann Sauerklee nur mechanisch oder thermisch (Heißwasser, Abflammen) bekämpft werden.

Zulassung Herbizide

Ein Teil der erwähnten Herbizide besitzt zurzeit keine Zulassung oder Genehmigung nach Art. 51 der EU-Zulassungs-Verordnung für Zierpflanzen, sodass vor einem Einsatz eine einzelbetriebliche Genehmigung nach § 22(2) des Pflanzenschutzgesetzes eingeholt werden muss. Neben der Zulassungssituation muss grundsätzlich die Kulturverträglichkeit geklärt und bei der Entscheidung über die Anwendung berücksichtigt werden.