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Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd: zwischen „Himmelsgarten“ und „Erdenreich“

Die Landesgartenschau 2014 in Schwäbisch Gmünd erstreckt sich an 166 Tagen von der historischen Stauferstadt über ein angrenzendes Waldgebiet hinauf zum knapp 130 Meter höher gelegenen Landschaftspark. Die Geländeteile sind eng miteinander verbunden: Der städtische und der ländliche Bereich der Gartenschau bedingen sich und werden zu einem komplexen System. Diese Ergänzung der beiden Gartenschaubereiche in Schwäbisch Gmünd findet letztlich Ausdruck im Pendant „Himmelsgarten“ und „Erdenreich“. 

Auf 4.000 Quadratmetern sorgen die Frühlings- und Sommerblüher für eine tolle Farbenpracht. Foto: Laga Schwäbisch Gmünd

Das Gebiet auf der Hochfläche bei Wetzgau beschreibt den „Himmelsgarten“ der Landesgartenschau. Diesem angeschlossen ist der große Erlebniswald Taubental als „Himmelsleiter“. Der „Himmelsgarten“ bietet einen schönen Blick auf die älteste Stauferstadt und auf die Drei Kaiserberge. Auch einer der beiden zentralen Eingangsbereiche befindet sich hier oben.

Der Landschaftspark Wetzgau lässt Gartenträume wahr werden und bietet zahlreiche Attraktionen. Dies sind die Weleda-Heilpflanzengärten, das Christliche Gästezentrum Schönblick und der 38,6 Meter hohe Holz-Aussichtsturm „Himmelsstürmer“. Ein Hanf-Irrgarten, abwechslungsreiche Schaugärten, heimische Streuobstwiesen, ein Blumenstrudel und Wasserspielplatz und vieles mehr laden die Gäste ebenfalls zum Verweilen ein.

Die unterschiedlichen Haine der Streuobstwiesen beheimaten vom Aussterben bedrohte und heute weitgehend unbekannte Sorten. Eine Blütenwiese und ein abwechslungsreich bepflanzter Blumenwirbel sind zusätzliche Blickfänge. Für viel Bewegung sorgt der Hanf-Irrgarten. Wasserfreunde wird es im Landschaftspark zum Quellpunkt und Wasserlauf bei Weleda ziehen. Mit seinem Konzept aus Naturteich und Floßteich deckt der Wasserspielplatz die unterschiedlichsten Bedürfnisse ab. Ein positiver Beitrag zum Abwassermanagement wird mittels eines selbstreinigenden Teiches geleistet. Denn von den umliegenden Gebäuden wird Dachwasser in einem Bachlauf gesammelt, in den Naturteich geleitet und gereinigt.

Die Verbindung zwischen oben und unten, zwischen „Himmelsgarten“ und „Erdenreich“, ist der alte Erholungswald Taubental. Erstmals wird den Angaben zufolge bei der Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd 2014 eine Waldfläche solchen Ausmaßes integriert. Die geheimnisvolle und aufregende „Himmelsleiter“ kann mit einer Vielzahl an Glanzstücken punkten. Der Forst-Landesbetrieb ForstBW zeigt sich mit Ausstellungen und Waldstationen unter dem Motto „Mensch!Wald!“ – Walderlebnis wird greifbar! Eine Vielzahl an Wegen führt durch den Wald und sorgt für hinreichend Abwechslung.

Die „Himmelsleiter“ beginnt am Forst-Pavillon. Hier gelangt der Besucher vom höher gelegenen Landschaftspark in den Erholungswald. Im westlichen Taubental liegt der Naturerlebnispfad „Naturatum“, der zur Landesgartenschau auf 30 Stationen erweitert worden ist. Für die Landesgartenschau wurde außerdem ein neuer Waldentdeckersteg geschaffen, der den Blick in die unberührte Natur des Taubentalwaldes ermöglicht. Die Mesch!Wald-Arena und der Waldseilgarten mit seinen 80 Stationen, auch mit Parcours für Rollstuhlfahrer, komplettieren das Angebot.

Der östlich gelegene „LebensWeg“ gewährt eine inspirierende und besinnliche Route durch den Erholungswald. Er unterscheidet sich deutlich von den Natur-Events des Forstbeitrages. Der „LebensWeg“ besteht aus sieben erleb- und begehbaren Groß-Kunst-Werken.

Im „Erdenreich“ der Landesgartenschau begegnen sich Stadt und Natur. Beispielhaft ist in Schwäbisch Gmünd die historische Innenstadt eng mit einer Vielfalt an Pflanzen und Wasser verknüpft. Etliche großflächige, innenstadtnahe Grünbereiche entstanden, die anhaltend die Lebensqualität in der Stadt maßgeblich verbessern.

Auffällige Bepflanzungen und fantasievolle Gestaltungen laden in der Stadt zum Verweilen ein. Die Altstadt von Schwäbisch Gmünd mit ihren historischen Ensembles wird Teil der Gartenschau. Alte Alleen und moderne Promenaden sowie der traditionsreiche Stadtgarten prägen das Bild. Vielerorts finden sich grüne Inseln und farbenreiche Blumen-Tore.

Die neu erlebbaren Fluss- und Bachläufe an Rems und Josefsbach werden zu attraktiven Plätzen innerstädtischer Erholung. Der Uferweg, flache Böschungen, Sitzsteine und Holzdecks laden entlang des Remsstrandes zum Entspannen und Wasserbaden ein. Im Mündungsbereich von Josefsbach und Rems ermöglichen Terrassen und Sitzstufen die unmittelbare Nähe zum Wasser – ein idealer Ort zum Innehalten und Entschleunigen! Die Erweiterung des Stadtgartens um den neuen Remsgarten wurde durch die Neugestaltung des Mündungsbereiches und die Höherlegung der Rems möglich.

Zum Schauplatz Gmünder Tradition wird der frisch gestaltete und zentrale Erlebnisraum um den Remspark: In Anlehnung an die Gold- und Silberstadt Schwäbisch Gmünd zieren üppige gold- und silberfarbene Staudenbeete die Wege. Das silberne Band führt auf der Bahnhofsbrücke über die Rems zur Fünfknopfturmbrücke.

Das goldene Band verläuft auf der Rokokobrücke über die Rems zum Rokokoschlösschen und zum CongressCentrum Stadtgarten. Die dort untergebrachte Blumenhalle offenbart die gesamte Bandbreite meisterlicher Floristik. Im silbernen Band liegen überdies die Bürgergärten und im goldenen Band der Senkgarten.

Entlang Gmünds Villen-Gärten lässt es sich gut bummeln. Einen Hauch von Côte d‘Azur vermittelt zum Beispiel der duftende Rosengarten aus Antibes. Insgesamt stehen die abwechslungsreichen Gartenwelten für gelungene Gartenkunst.

Wesentlicher Bestandteil und nachhaltiges Merkmal der Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd ist die neu entstandene Brückenlandschaft in der Stadt. Auf direktem Weg führen die Brücken Fußgänger und Radfahrer in die Innenstadt. Als wichtige Verbindung verknüpfen sie bedeutende Kernbereiche entlang des Wassers. (ts)