Alle News

Landgard: aktuelle Entwicklungen und Ausblicke auf 2021

, erstellt von

Auf der Corona-bedingt erstmals virtuell abgehaltenen Vertreterversammlung am 24. November hat Landgard den Geschäftsbericht für 2019 vorgelegt. Themen waren außerdem aktuelle Entwicklungen in der Erzeugergenossenschaft sowie der derzeitige Stand des Projekts Floritray. Zudem gab das Unternehmen einen Ausblick auf Neuerungen im kommenden Jahr.

Auf der virtuellen Vertreterversammlung von Landgard (v. l.): die Vorstände Dirk Bader, Karl Voges und Carsten Bönig, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Willi Andree und der Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz. Foto: Landgard

Umsatz im vergangenen Jahr um drei Prozent gestiegen

Auf der virtuellen Veranstaltung, durch die der Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz führte, stellte zunächst Vorstand Carsten Bönig die Geschäftszahlen für 2019 vor. Demnach konnte Landgard im vergangenen Jahr den Umsatz um drei Prozent auf 2,012 Milliarden Euro steigern (2018: 1,953 Milliarden Euro). Auf die Sparte Blumen & Pflanzen entfielen dabei 1,225 Milliarden Euro (2018: 1,212 Milliarden Euro), auf Obst & Gemüse 761 Millionen Euro (2018: 715 Millionen Euro). In den sonstigen Geschäftsbereichen der Erzeugergenossenschaft konnten 26 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet werden. Mit 25,3 Millionen Euro und einem Plus von über 31 Prozent fiel das Ergebnis vor Steuern (EBT) laut Landgard deutlich besser aus als im Vorjahr. Die Bankverbindlichkeiten konnten den Angaben zufolge um 60,8 Millionen Euro reduziert werden auf 143 Millionen Euro, die wirtschaftliche Eigenkapitalquote stieg parallel auf 17,9 Prozent. Laut den im Anschluss von Bönig präsentierten wichtigsten Kennzahlen für das laufende Jahr setzt sich die positive Geschäftsentwicklung trotz Corona weiter fort, sodass Landgard für 2020 insgesamt „eine bestmögliche Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr“ erwartet.

Ebenfalls auf der Vertreterversammlung – die ursprünglich für Juni geplant war, Corona-bedingt aber auf den 24. November verschoben werden musste – fanden die Wahlen zum Aufsichtsrat der Erzeugergenossenschaft statt. Die erforderlichen Abstimmungen wurden über ein in die Videokonferenz integriertes Abstimmungstool in Echtzeit durchgeführt, wie Landgard erläutert. Turnusgemäß mit dem Ende der Vertreterversammlung schied Norbert Artmeyer aus dem Gremium aus, als seine Nachfolgerin wurde Andrea Velmans gewählt. Vorzeitig ihr Mandat niedergelegt hatten Carsten Knodt und Christian Berghs-Trienekens, zu deren Nachfolgern Konrad Schwarz und Dirk Schwichtenberg bestimmt wurden. Neben diesen drei Neuzugängen besteht der Aufsichtsrat von Landgard damit ab sofort aus den Arbeitnehmervertretern Sonja Brink, Hilko Dahlke, Martin Flintrop, Wolfgang Schubert (Vertreter der leitenden Angestellten), Sylvia Wegelin und Peter Zander sowie den Erzeugern Willi Andree, Manfred Rieke und Bert Schmitz. Schmitz wurde in der anschließenden konstituierenden Sitzung erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden auch die stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Hilko Dahlke und Willi Andree.

2021 neue Online-Plattform und neuer Standort für Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH

Im weiteren Verlauf der Vertreterversammlung informierten Aufsichtsrat und Vorstand über aktuelle Entwicklungen im laufenden Geschäftsjahr und gaben Ausblicke auf 2021. So soll zu Beginn des neuen Jahres etwa eine neue Online-Plattform zur Verfügung stehen, die das vorhandene digitale Angebot von Landgard ergänzen und die fehlenden großen Messeauftritte zu Beginn des kommenden Jahres zumindest punktuell zu kompensieren soll. Die Informationsformate reichen laut Landgard vom einfachen PDF bis hin zu Videos. „Ob neue Konzepte und Lizenzkooperationen, Hydroponik und andere moderne Anbaumethoden oder politische Entwicklungen wie die CO2-Besteuerung – alles, was auch auf den großen Branchenmessen im Fokus gestanden hätte, wird online wiederzufinden sein“, so Vorstand Dirk Bader.

Einen neuen zentralen Standort wird im kommenden Jahr die Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH beziehen, die ihre Geschäftstätigkeit ab dem 1. Januar in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt fortsetzen und ausbauen wird. „Von Halle aus werden wir Erzeugern und Kunden auch weiterhin etablierte Dienstleistungen wie regionale Erzeugerbetreuung, Packdienstleistungen sowie die Einlagerung inklusive eines umfangreichen Qualitätsprüfungssystems anbieten. Logistikdienstleistungen wie das Cross-Docking werden weiter optimiert und ausgebaut“, erklärt Landgard Vorstand Karl Voges. Zusätzlich will die Erzeugergenossenschaft ihre Kunden in der Region Ost auch weiterhin über die Cash-Märkte in Chemnitz und Leipzig mit frischer Ware versorgen. Inzwischen profitabel arbeite der Obst- und Gemüse-Standort Rade/Neu Wulmstorf, wie Voges ausführte. „Wir haben die Effizienz verbessert, Kosten reduziert, das Sortiment optimiert und das Sourcing deutlich ausgeweitet – mit Erfolg“, so Voges. Flankiert werden soll die positive Entwicklung durch einen intensivierten Austausch mit den Erzeugern der Obst- und Gemüse-Region Nord.

Mehrweg-System Floritray & Test zur Rückführung von Einwegtrays

Wie auf der Vertreterversammlung darüber hinaus dargelegt wurde, soll Ende November eine Vorserie der Mehrweg-Wasserpalette Floritray in Form von Trays mit 5/6er Nestung und Trays mit 8er Nestung zur Verfügung stehen. Wenn die Projektarbeit in den kommenden Monaten kontinuierlich fortgesetzt werden kann – nach einer Corona-bedingten Unterbrechung hat Landgard die Arbeit an Floritray im Sommer wieder aufgenommen – und der weitere Pandemie-Verlauf es zulasse, könnte Landgard im Frühjahr „mit einer aussagekräftigen Testphase in ausgewählten Cash & Carry Märkten beginnen“, wie die Erzeugergenossenschaft erklärt. Diese Testphase sei von großer Bedeutung für den weiteren Projektverlauf, da Landgard zufolge erst dadurch im Echtzeitmodus Erkenntnisse etwa zu Handling, Stabilität, Haltbarkeit und Witterungseinflüssen sowie zu einzelnen Kostenpositionen wie Lagerung, Rückführung und Pfandberechnung gewonnen werden können. „Aus den Ergebnissen werden wir Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung und eine gegebenenfalls noch erforderliche Optimierung des Trays in technischer Hinsicht und in Bezug auf die Abwicklung und Umsetzbarkeit des Mehrwegsystems ziehen“, so Dirk Bader.

Parallel dazu hat Landgard im September in einem Cash & Carry Markt einen Test zur Rückführung von Einwegtrays gestartet, mit dem Ergebnispotenziale durch Recycling von Wertstoffen ermittelt und ein Beitrag zur nachhaltigen Vermeidung von Abfall geleistet werden sollen. Der Testansatz basiere auf dem Rücktransport von Einwegpaletten unabhängig von der Wertstoffart an eine zentrale Sammelstelle, deren Sortierung und die Weitergabe von sortenreinem Polystyrol in den Recyclingkreislauf. Mit diesem Prozess ist Landgard zufolge die logistische Voraussetzung dafür geschaffen, dass die sortenreinen Wasserpaletten aus Polystyrol recycelt und in Form von neuen Paletten aus Recyclat erneut in den Wertstoff-Kreislauf gelangen können. Gleichzeitig werde die Menge an Mischmüll aus Polystyrol und PET reduziert, wofür bisher hohe Entsorgungskosten gezahlt werden müssen. Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit der Rückführung der Einwegpaletten sei, dass dadurch geringere Kosten als durch die Entsorgung des Mischmülls entstehen, wie Landgard betont.

Cookie-Popup anzeigen