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Landgard steigert Umsatz 2020 auf über zwei Milliarden Euro

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2,069 Milliarden Euro Umsatz hat Landgard im vergangenen Jahr auf Konzernebene erzielt, was einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht – das belegen die vorläufigen Zahlen zur Geschäftsentwicklung 2020, die von der Erzeugergenossenschaft jetzt veröffentlicht wurden. Auch in das laufende Geschäftsjahr sei das Unternehmen demnach gut gestartet.

Die Landgard Vorstände (v. l.) Karl Voges, Carsten Bönig und Dirk Bader. Foto: Landgard

Landgard blickt „absolut positiv auf die bevorstehende Saison“

Wie Landgard erklärt, waren die negativen Auswirkungen des Lockdowns in den ersten beiden Monaten 2021 in der Sparte Blumen & Pflanzen eher gering, da der Fachhandel in der Kernregion Nordrhein-Westfalen weiterhin geöffnet war. Die Sparte Obst & Gemüse habe in diesem Zeitraum umsatzseitig sogar besser abgeschnitten, wodurch der Konzern im Ergebnis per Februar um ein Prozent über Plan und dem Vorjahr gelegen habe. „Daher sehen wir uns gut gerüstet und blicken absolut positiv auf die bevorstehende Saison. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass unsere Kunden und Kundinnen genau zur richtigen Zeit wieder alle geöffnet haben“, führt Carsten Bönig, Finanzvorstand der Landgard eG, dazu aus.

Mit Blick auf das vergangene Jahr erklärt Bönig, dass Landgard trotz aller Herausforderungen bislang insgesamt gut durch die Corona-Pandemie gekommen sei. „Unser Obst- und Gemüse-Geschäft wurde ohnehin positiv beeinflusst und bei Blumen und Pflanzen konnten wir die negativen Auswirkungen aus dem ersten Quartal im weiteren Verlauf des Jahres überkompensieren. Hier haben wir natürlich auch davon profitiert, dass viele Verbraucher ihren Urlaub wegen der Corona-Pandemie zu Hause verbracht und in die Verschönerung ihrer Gärten und Balkone investiert haben. Zudem haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr notwendige Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Beispielsweise wurde bei Landgard Ost Obst & Gemüse der defizitäre Standort in Berbersdorf verkauft, die Prozesse optimiert und ein neuer Standort in Halle in Betrieb genommen. Am Standort Rade konnte der Break-Even mit einem positiven Jahresergebnis erreicht werden. Ohne den erneuten Nachfrage-Rückgang in Folge des Winter-Lockdowns ab Mitte Dezember wären unsere Zahlen für 2020 sogar noch positiver ausgefallen“, so Bönig.

So meldet die Erzeugergenossenschaft neben dem eingangs erwähnten Umsatz auf Konzernebene von 2,069 Milliarden Euro ein ebenfalls positives Ergebnis vor Steuern (EBT), das sich den vorläufigen Zahlen zufolge auf 6,5 Millionen Euro beläuft – trotz höherer Kosten für die Umsetzung von umfassenden Hygienekonzepten und die Durchführung erforderlicher Restrukturierungsmaßnahmen, wie Landgard betont. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg demnach sogar um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 will das Unternehmen im Rahmen der Vertreterversammlung im Juni präsentieren.

Blumen & Pflanzen: Geschäftsjahr 2020 geprägt durch Pandemie-Auswirkungen

Zu den einzelnen Sparten führt Landgard aus, dass das vergangene Geschäftsjahr im Bereich Blumen & Pflanzen vor allem durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war – in den Lockdown-Phasen im Frühling und im Dezember stand im Mittelpunkt, die Vermarktung der Ware so gut wie möglich aufrechtzuerhalten und sie dazu auch in andere Vertriebswege umzuleiten. Im Retail-Bereich habe dabei vor allem die Vermarktung in Richtung des Lebensmitteleinzelhandels, der nicht von den Geschäftsschließungen betroffen war eine wichtige Rolle gespielt. Auch die Erweiterung des Produktportfolios in der Sparte Blumen & Pflanzen durch ein weiteres Wachstum vieler Mitgliedsbetriebe habe zum Erfolg in 2020 beigetragen. Als Beispiel nennt die Erzeugergenossenschaft hier die italienischen Mitgliedsbetriebe, mit deren Produkten der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um über zehn Prozent gesteigert werden konnte.

Wie es weiter heißt, wurde 2020 der Bereich Organisierter Handel in der Sparte Blumen & Pflanzen im Hinblick auf Schlagkraft und Effizienz gezielt ausgebaut. Dazu wurden die zuvor getrennten Bereiche LEH, Discount und neue Geschäftsfelder im neuen Bereich Retail zusammengeführt, womit laut Landgard in diesem Bereich die strukturellen Voraussetzungen für weiteres Wachstum, optimale logistische Abläufe und den weiteren Ausbau von strategischen Kundenbeziehungen geschaffen wurden. Der Erfolg der neuen Einheit bestätige die strukturelle Veränderung, denn der Bereich Retail weise ein sehr starkes Wachstum im Topf- und Schnittblumen-Bereich auf. Unterstützt werde dieser Prozess durch die weitere Digitalisierung der Ablaufprozesse. Ein strategisches Schwerpunkt-Thema des neuen Retail-Bereichs ist Landgard zufolge der Ausbau des internationalen Sourcings und Vertriebs.

Die Sparte Obst & Gemüse hat nach Angaben der Erzeugergenossenschaft den Handel über das gesamte vergangene Jahr hinweg ohne größere Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie mit frischen Produkten der Mitgliedsbetriebe beliefert. Eine Voraussetzung dafür sei die im April 2020 gefundene Lösung gewesen, dass ausländische Saisonarbeiter in festgelegter Anzahl und unter Beachtung strenger hygienischer Anforderungen wieder nach Deutschland einreisen konnten – Ernteausfälle im Anbaujahr 2020 konnten so weitestgehend verhindert werden.

Obst & Gemüse: 2020 strukturelle Weiterentwicklungen in Regionalgesellschaften

Das operative Geschäft im Bereich Obst & Gemüse war laut Landgard im vergangenen Jahr vor allem durch strukturelle Weiterentwicklungen und Veränderungen in den Regionalgesellschaften geprägt. Sehr erfreulich sei demnach etwa die Entwicklung der Landgard West Obst & Gemüse GmbH verlaufen, für die auf Kundenseite ein weiteres Regionallager eines großen LEH-Kunden gewonnen werden konnte. Flankiert werde die positive Entwicklung im Vertrieb durch die laufende Standort-Modernisierung in Bornheim-Roisdorf und die damit verbundene Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen in der Landgard West Obst & Gemüse GmbH. In der Region Süd wurden im vergangenen Jahr im Zuge des weiteren strategischen Ausbaus und der Bündelung von Kompetenzen die Landgard Obst & Gemüse GmbH Kehl und die Magli & Noel GmbH gesellschaftsrechtlich verschmolzen und im Juli 2020 unter neuer Firmierung als Landgard Süd Obst & Gemüse GmbH zusammengeführt. Dadurch verfüge die Erzeugergenossenschaft nunmehr in allen vier Regionen über eine starke Regionalgesellschaft.

Im Norden arbeite der Obst- und Gemüse-Standort Rade/Neu Wulmstorf nach einer Anlaufphase seit dem Geschäftsjahr 2020 profitabel. „Dazu haben wir sehr intensiv an dem Standort gearbeitet und sämtliche Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Wir haben die Effizienz verbessert, Kosten reduziert, das Sortiment optimiert und das Sourcing deutlich ausgeweitet – mit Erfolg“, legt Karl Voges, Spartenvorstand Obst & Gemüse, dazu dar. Die positive Entwicklung in Rade soll durch einen intensivierten Austausch mit den Erzeugern der Obst- und Gemüseregion Nord flankiert werden. Die Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH ist Ende 2020 umgezogen und baut ihre Geschäftstätigkeit in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt weiter aus. Zusätzlich zum neuen zentralen Standort in Halle werden die Kunden von Landgard in der Region Ost weiterhin über die Märkte an den Standorten in Chemnitz und Leipzig mit frischer Ware versorgt. Der bisherige Obst- und Gemüse-Standort Berbersdorf wurde zum 31. Dezember 2020 verkauft, da sich die mit der Errichtung des Standorts in intralogistischer Hinsicht verbundenen Erwartungen aufgrund von Veränderungen in den Zuordnungen und der Versorgung mit regionalen Produkten nicht erfüllt haben, wie Landgard ausführt.

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