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Landwirtschaft: Bayern startet Digital-Offensive

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Bayerns Landwirtschaft soll digital werden: Seit Oktober können Betriebe im Freistaat Hilfen für digitale Investitionen beantragen. Angesprochen sind auch Gartenbau-Unternehmen. Sie möchte die Landesregierung tatkräftig unterstützen.

500 Euro erhält ein Betrieb in Bayern für die Anschaffung einer Fachsoftware. Foto: ekkasit919/Fotolia

Feldroboter für weniger Pflanzenschutzmittel

„Landwirtschaft – Digital“ heißt das Sonderprogramm, mit dem die bayerische Landesregierung landwirtschaftliche Betriebe bei der Digitalisierung unterstützen will. Zentraler Bestandteil der Hilfen ist laut Staatsregierung das „1000-Feldroboter-Programm“, mit dem „moderne Technologien wie beispielsweise autonome Feldroboter gefördert werden, die insbesondere den Pflanzenschutzmitteleinsatz reduzieren“.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, einen sogenannten Digitalbonus zu erhalten. Für eine Erstausstattung mit Fachsoftware macht Bayern 500 Euro locker. Auch wird die Anschaffung spezieller Technik unterstützt. Im Bereich Sensortechnologie zur organischen und mineralischen Düngung werden 25 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben von maximal 30.000 Euro gefördert.

Söder setzt auf künstliche maschinelle Intelligenz

Das Sonderprogramm ist Teil einer ganzen Digitalisierungs-Offensive in Bayern. So investiert der Freistaat neben der Landwirtschaft unter anderem auch in digitale Startups, Infrastruktur (Internetausbau), Schulen (IT-Ausstattung für Klassenzimmer und Lehrer), Gesundheit und Pflege (Telemedizin) sowie Handel (Online-Marketing und Analyse des stationären Handels).

„Wir werden dafür sorgen, dass die Bayern Gewinner der Digitalisierung sind“, heißt es aus der CSU-Landesleitung. Ministerpräsident Markus Söder will sein Bundesland zu einer der führenden Regionen für künstliche maschinelle Intelligenz machen: „Wenn Bayern weiterhin erfolgreich sein soll, dann muss es mit künstlicher maschineller Intelligenz zukünftig seine gesamte Industrie verstärken.“

Ministerin Kaniber: Wir helfen nach Kräften

Klimawandel, Digitalisierung und wachsende Anforderungen in Sachen Umwelt- und Ressourcenschutz stellen die Gartenbau-Betriebe vor große Herausforderungen, so Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Sie sichert ihnen daher tatkräftige Unterstützung in den Bereichen Forschung, Finanzen und Fachberatung zu.

„Wir werden nach Kräften dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen“, sagte die Ministerin. Schließlich erbringe der Gartenbau für die Menschen in Bayern eine ganze Reihe herausragender Leistungen. Der Ministerin zufolge sorgen Gärten und Parks als grüne Oasen nicht nur für Wohlbefinden, Erholung und Lebensqualität. Sie seien zudem unverzichtbare Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten.

Bayerns Gartenbau erwirtschaftet Milliarden-Umsatz

Aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht hat Bayerns Gartenbau laut Kaniber eine gewaltige Bedeutung: Die 33.000 Produktions- und Dienstleistungsunternehmen des bayerischen Gartenbaus erwirtschaften mit 84.000 Beschäftigten einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Kaniber zufolge leisten vor allem die Forschungseinrichtungen im Freistaat – allen voran die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) im unterfränkischen Veitshöchheim – einen unverzichtbaren Beitrag, die Betriebe mit aktuellem Wissen zu praxisrelevanten Fragestellungen zu versorgen.

Die Bandbreite reiche von wassersparenden Anbautechniken über die Begrünung von urbanen Flächen wie Fassaden und Dächern oder klimatoleranten Stadtbäumen bis hin zum gezielten Einsatz von LED-Beleuchtung bei der Produktion von Zierpflanzen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.