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Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Sparkurs und Stellenabbau

Bonn. Die Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat im Dezember 2008 in Bad Sassendorf den Haushaltsplan für das Jahr 2009 verabschiedet. Vorgesehen sind Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 161,5 Millionen Euro, das sind rund 0,1 Millionen Euro mehr als 2008. Größter Posten im Haushalt bleiben die Personalkosten, deren Anteil am Gesamthaushalt 69,3 Prozent beträgt. Die Sachausgaben, der zweitgrößte Ausgabeposten, sind unverändert eingeplant. Den Einsparungen durch Straffen von Organisationsabläufen und Reduzieren von Liegenschaften stehen Mehrausgaben bei den Betriebsausgaben, Steuern und Abgaben gegenüber, teilt die Kammer mit. Die Einnahmen der Kammer NRW kommen im Jahr 2009 zu 10,5 Prozent aus der Kammerumlage, die Landwirte und Gärtner zahlen müssen. 19,2 Prozent der Einnahmen sind Verwaltungseinnahmen, überwiegend Gebühren und Betriebseinnahmen in den kammereigenen Betrieben.

Im Zuge der Umsetzung eines durch das Finanzministerium in Auftrag gegebenen Finanzierungsgutachtens erhält die Landwirtschaftskammer 2009 Verwaltungskostenerstattungen für die Erledigung der Landesaufgaben und übertragenen Aufgaben in Höhe von 84 Millionen Euro und Finanzzuweisungen in Höhe von 8,1 Millionen Euro, insgesamt 1,0 Millionen Euro weniger als 2008 veranschlagt. Gegenüber den Jahren bis 2001 verringern sich die Landesmittel um über 30 Millionen Euro jährlich.

Der Haushaltsplan 2009 enthält 1.397 Stellen, 40 weniger als 2008. Für 2009 ist ein weiterer Stellenabbau von 60 Stellen vorgesehen. In den Jahren 2004 bis 2008 wurden bereits insgesamt 366 Stellen abgebaut.

Johannes Frizen, Präsident der Landwirtschaftskammer, weist auf den fortschreitenden Strukturwandel hin. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe geht weiter zurück, während die verbliebenen Betriebe weiter wachsen. Das wichtigste Ergebnis im Vergleich zu 2003 ist, dass sich dieser Strukturwandel beschleunigt hat. In den Jahren 2003 bis 2007 sind 7.020 Betriebe ausgeschieden, das sind 3,2 Prozent oder 1.755 Höfe jährlich. Die landwirtschaftliche Nutzfläche verringerte sich im gleichen Zeitraum um 0,4 Prozent pro Jahr. Deutlich zugenommen hat die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeitskräfte. Überwiegend handelt es sich dabei um Saisonarbeitskräfte, zum Beispiel für den Spargel-, Erdbeer- und Gemüseanbau. Auffallend ist aber, dass auch die Zahl der Vollzeitmitarbeiter, die nicht zur Unternehmerfamilie gehören, in vier Jahren um 8,7 Prozent zugenommen hat, während gleichzeitig die Zahl der Familienarbeitskräfte um zehn Prozent zurückging. Hier zeigt sich deutlich, dass größere spezialisierte Betriebe zunehmend Fachkräfte brauchen, die in der Lage sind, ganze Betriebsteile eigenverantwortlich zu leiten, Mitarbeiter anzuleiten und, zum Beispiel im Urlaubs- und Krankheitsfall, auch den Unternehmer als Betriebsleiter vertreten zu können. Qualifizierte Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft nach wie vor gesucht.

Landwirtschaft und Gartenbau bleiben ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in NRW. Im Schnitt der Jahre 2004 bis 2007 haben Landwirte und Gärtner jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 5,4 Milliarden Euro produziert.