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Landwirtschaftsministerin Puttrich: Regionales muss besser erkennbar sein

Die hessische Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich macht sich für ein „Regionalfenster“ auf Lebensmitteln stark. „Wir brauchen einen praxisnahen und pragmatischen Weg, um regionale Lebensmittel für die Verbraucher schneller erkennbar zu machen“, so Puttrich im Vorfeld der Agrarministerkonferenz in Konstanz. 

„Transparenz ist wichtig und wenn die Verbraucher wissen, woher die Zutaten von Lebensmitteln stammen, ist das eine wertvolle Information. Wir haben schon länger beobachtet, dass die Zahl der Gütesiegel, ob nun staatlich gefördert oder privat, ob ‚bio‘, ‚fair‘ oder ‚regio‘ zugenommen haben und dieses Überangebot für Verbraucherinnen und Verbraucher schwer überschaubar geworden ist“, sagte Puttrich kurz vor ihrer Abreise nach Konstanz, wo sie auf der Konferenz der deutschen Agrarminister am heutigen Freitag mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner für das „Regionalfenster“ werben will.

„Die Verbraucher schätzen die nahe gelegene Produktion mit kurzen Transportwegen und die Frische der heimischen Produkte. Deshalb achtet mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher beim Einkauf auf Produkte aus der Region und fast 80 Prozent sind bereit, für regionale Ware mehr auszugeben als für importierte. Es gilt diesen Trend zu fördern und dem Verbraucher einen klaren Hinweis für die Regionalität der Produkte zu geben“, äußerte sich die hessische Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich am Mittwoch in Wiesbaden.

Im Auftrag der Bundeslandwirtschaftsministerin hatte das Forschungsinstitut für biologischen Landbau und die Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“ eine Studie erstellt und das „Regionalfenster“ empfohlen. Auf dem Etikett sollen die teilnehmenden Lebensmittelhersteller den Anteil regionaler Erzeugnisse freiwillig deklarieren und die Verbraucher dann wählen können, ob das Angebot regional genug für ihn ist.

Für diese Kennzeichnung wird es Regeln geben. Zum Beispiel muss der Rohstoffanteil aus der Region bei einem Monoprodukt (Milch, Mehl, Obst) 100 Prozent sein und bei einem Mischprodukt (Joghurt, Marmelade) zumindest die Hauptzutat zu 100 Prozent aus der angegebenen Region kommen. Alles was so ausgelobt wird, wird auch durch neutrale Stellen kontrolliert. Erste Pilotprojekte sollen auch in Hessen stattfinden.

Das gesamte Gutachten wurde inzwischen unter www.bmelv.de/regionalsiegel veröffentlicht. (Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)