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Lewis-Spinnmilbe an Poinsettien in Schleswig-Holstein aufgetreten

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Der EU-Quarantäneschädling Eotetranychus lewisi, oder auch Lewis-Spinnmilbe genannt, ist in zwei Produktionsbetrieben in Schleswig-Holstein an Poinsettien aufgetreten.

In schleswig-Holstein wurde der Befall von Poinsettien mit der Lewis-Spinnmilde festgestellt. Symbolfoto: Susanne Jutzeler, suju-foto/ Pixabay

Verbreitung in den USA im Obstanbau

Hierzulande ist die Spinnmilbe Eotetranychus lewisi noch nicht sehr verbreitet, gehört aber dennoch zu den von der EU geführten Quarantäneschädlingen. Die Verbreitung der Lewis-Spinnmilbe ist vor allem im den USA zu beobachten, wo der Schädling besonders im Obstanbau beträchtlichen Schaden anrichtet. In Deutschland kommt die Milbe bisher nur an Poinsettien vor, deren Saison aktuell in der Hochphase liegt. Eotetranychus lewisi könne laut Landwirtschaftlichem Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) sehr leicht mit der gemeinen Spinnmilbe Tetranychus urticae verwechselt werden. Eine Unterscheidung mit bloßem Auge sei dabei kaum bis gar nicht möglich. Die Männchen werden etwa 0,25 Millimeter groß, die Weibchen sind mit 0,36 Millimeter etwas größer.

Verdacht in Schleswig-Holstein im August

In Schleswig-Holstein wurde bereits Ende August der Verdacht auf Befall mit der Lewis-Spinnmilbe an Poinsettien in zwei Betrieben von einem Nützlingsberater gemeldet. Zunächst war die lediglich die weiße Sorte ‚Alaska‘ befallen, doch der Schädling breitete sich aus und befiel auch die Sorten ‚Futura Brillant Red‘ und ‚Icescape‘. Die Symptome der befallenen Pflanzen waren dabei eine gelbliche Aufhellung und Fleckenbildung, die sich zunächst über die unteren, älteren Blätter erstreckte. Ursprünglich stammten die Stecklinge der befallenen Pflanzen aus Äthiopien und wurden von einem nicht näher genannten Jungpflanzenproduzenten eines anderen EU-Mitgliedstaates eingeführt. Von dort aus seien die Pflanzen nach Schleswig-Holstein gekommen.

Pflanzenschutzdienst sofort aktiv geworden

Der Pflanzenschutzdienst in Schleswig-Holstein wurde nach der Bestätigung des Verdachts sofort tätig und habe die befallenen Pflanzen, sowie verdächtige und benachbarte Pflanzen vernichten lassen. Um einen größeren Schaden zu verhindern, wurden zudem Akarizide eingesetzt. Die Gewächshäuser wurden anschließend wöchentlich inspiziert, um sicher zu gehen, dass keine befallenen Pflanzen in den Verkauf gelangen. Die Maßnahmen waren schließlich von Erfolg gekrönt, denn die Lewis-Spinnmilbekonnte mit den zugelassenen Akariziden bekämpft werden. Weitere Lieferungen des Jungpflanzenproduzenten nach Deutschland werden derzeit untersucht. Bisher gab es bei dieser Nachverfolgung sowohl Betriebe mit symptom- und befallsfreien Beständen als auch weitere Verdachtsfälle.

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