Lieferengpässe vor Weihnachten?

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Die TASPO hat beim Vermarkter Landgard nachgefragt, inwiefern Lieferengpässe das Weihnachtsgeschäft beeinflussen. Symbolfoto: Green Solutions

Die Corona-Pandemie hat den globalen Handel nahezu auf den Kopf gestellt. Auch vor Weihnachten wird an einigen Stellen immer wieder von Lieferschwierigkeiten berichtet. Wird es weitere Engpässe bei Blumen, Pflanzen oder Bedarfsartikeln im Weihnachtsgeschäft geben? Die TASPO hat beim Vermarkter Landgard nachgefragt, wie sich die Situation aktuell gestaltet und wie der Beginn des Weihnachtsgeschäfts verlief.  

Wie schätzen Sie das Advents- und Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr ein?

In den Cash & Carry-Märkten von Landgard hat sich das Geschäft bis zum 1. Advent auf Vorjahresniveau bewegt. Durch die Vorankündigung von neuen, allerdings nicht näher beschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen durch die Politik war an den letzten beiden Verkaufstagen im November und zu Beginn des Dezembers allerdings ein deutlicher Rückgang der Nachfrage zu spüren. Wegen der Unklarheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und der konkreten Ausgestaltung möglicher zusätzlicher Schutzmaßnahmen ist eine Prognose für den weiteren Verlauf des Dezembers schwierig.

Im Fachhandelsvertrieb ist die bisherige Adventszeit gut verlaufen. Dabei waren insbesondere Helleborus stark gefragt. Es gab viele kurzfristige Anfragen nach Rohlingen für Kränze, fertig dekorierte Kränze und Gestecke. Der weitere Geschäftsverlauf steht aber auch im Landgard-Fachhandelsvertrieb – genauso bei Bloomways – unter dem Vorbehalt der Auswirkungen zusätzlicher Corona-Schutzmaßnahmen im Handel.

Im DIY-Bereich von Landgard liegen die Liefermengen an die Kund:innen auf Vorjahresniveau. Das liegt vor allem daran, dass die Kund:innen vermehrt auf feste Vorbestellungen setzen und die Ware somit schon im Vorfeld fest eingeplant war. Die Filialen der Kund:innen selbst leiden hingegen unter einer eher geringen Kundenfrequenz, daher liegen die Abverkaufszahlen dort noch unter dem Vorjahresniveau.

Der Retail-Bereich ist mit dem bisherigen Verlauf des Advents- und Weihnachtsgeschäfts zufrieden. In Teilen wurden die Erwartungen auch übertroffen und es gab eine beständige Nachfrage nach zusätzlichen Mengen. Im Ergebnis war das Geschäft mit Advents-Artikeln bisher sehr reibungslos und mengenstark. Jetzt steigt die Spannung vor den großen Weihnachtsbaum-Aktionen ab der nächsten Woche. Auch der Schnittblumen-Bereich im Retail ist anhaltend erfolgreich und mengenstark.

Setzen Ihre Kunden vermehrt auf Vorbestellungen?

In den Cash & Carry-Märkten und im Fachhandelsvertrieb sind keine Veränderungen zum Vorjahr erkennbar. Bei den Kund:innen von Bloomways ist eine gewisse Vorsicht spürbar. Anstelle von Vorbestellungen stehen hier daher spontane Einkäufe im Vordergrund. Im Retail-Bereich spielen Vorbestellungen eine untergeordnete Rolle. 95 Prozent des Geschäfts sind programmiert und mit längerem Vorlauf geplant.

Kann es zu Lieferengpässen bei den ein oder anderen Produktgruppen kommen?

Bei Blumen und Pflanzen sind die Cash & Carry-Märkte über alle Sortimentsbereiche hinweg voll ausgestattet und es liegen keine Lieferengpässe vor. Gleiches gilt für den Deko & Floristikbedarf. Dank frühzeitiger Mengenfestlegungen und -bestellungen bei den Lieferanten war Landgard im Adventsgeschäft trotz der allgemein bekannten Lieferengpässe auch hier in allen Sortimentsbereichen durchgängig verkaufsfähig. Ungeachtet dessen ist die Gesamtsituation im Markt für Dekorations- und Floristikbedarfsprodukte weiterhin schwierig. Ursächlich dafür sind Versorgungsengpässe aufgrund der bestehenden Importsituation vor allem aus Fernost. Hier wirkt sich die Corona-Pandemie weiterhin nachteilig auf die weltweiten Warenströme und die zur Verfügung stehenden Frachtkapazitäten aus. Hinzu kommen Hafenschließungen sowie Rohstoffverknappungen etwa bei Kerzen, Keramik und Papier. Die Folge ist eine deutlich angespannte Preisentwicklung – auch im Bereich des Frachtgeschäftes.

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