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Lizenzvergabe für die Nordmanntannen-Saatguternte: Neue Regelungen bei der Pachtvergabe in Georgien

Das georgische Umweltministerium hat versucht, eine Neuordnung der Lizenzvergabe für die Nordmanntannen-Saatguternte einzuführen - mit direkten Auswirkungen auf die ausländischen Saatgutfirmen. Die Lizenzdauer sollte von bisher ein bis fünf auf 20 Jahre heraufgesetzt werden. Das Verfahren fand Ende August seinen - vorläufigen - Abschluss. Die neun ausländischen Saatgutfirmen konnten sich an dem Versteigerungsverfahren nur indirekt über ihre georgischen Partnerfirmen in Form einer Interessensbekundung für konkrete Gebiete beteiligen. Das brachte Nervosität in die Branche, bestand doch Unsicherheit, ob man beziehungsweise die georgischen Partner den Zuschlag für die bisher genutzten Bestände bekommen würden. Ginge der Zuschlag an einen Mitbewerber, wäre man für immerhin zwei Jahrzehnte von diesen Gebieten abgehängt. Hinzu kam die Gefahr, dass eine dänische Firma durch hohe Gebote versuchen würde, eine Monopolstellung bei den Lizenzen zu erreichen. Um das zu verhindern, boten alle anderen Versteigerungsteilnehmer Summen in zweistelliger Millionenhöhe, mit Erfolg, was das Monopol angeht. Allerdings liegen diese Summen jenseits dessen, was die Saatgutbranche aufzubringen bereit und in der Lage ist. So wurde die auf Langfristigkeit angelegte Lizenzvergabe von Seiten des georgischen Umweltministeriums zunächst einmal auf Eis gelegt. Allerdings hat sich das Verfahren bereits für 2007 drastisch auf die Preise ausgewirkt. Die Pachtgebühren sind im Vergleich zu früher zwar gesunken, stattdessen müssen wesentlich höhere Erntelizenzen gezahlt werden, was die Kilopreise für das Saatgut in die Höhe treibt. Immerhin erhielten die Versteigerungsteilnehmer weitgehend die Gebiete zugesprochen, für die sie Interesse bekundet hatten. Rausgefallen aus den Erntegebieten sind die Regionen Beshumi und Borshomi. Beshumi ging an einen Investor, der dort eine Ferienanlage errichten will. In Borshomi sind die erntefähigen Nordmanntannen-Bestände in tieferen Lagen durch die Holzgewinnung vernichtet worden. Die Restbestände in den oberen Lagen lohnen den Aufwand nicht. Dafür wurde eine Ausweichherkunft angeboten. So konnte auch dieses abgeänderte Verfahren noch keine Ruhe in den Markt bringen. Immerhin war es den Saatgutfirmen gelungen, insoweit auf die georgische Regierung einzuwirken, als dass das ursprüngliche Verfahren noch einmal modifiziert wurde. Zuerst sollten nämlich alle "Früchte des Waldes", also neben dem Saatgut auch Wald und Holz, gemeinsam versteigert werden. Die geplanten Flächen von 20000 bis 40000 Hektar wären aber für die einzelnen Saatgut-Interessenten viel zu groß gewesen.