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Lkw-Maut: weiterer Preisanstieg in Grüner Branche?

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Steigen die Fracht- und Verbraucherpreise in der Grünen Branche, wenn zum Jahresbeginn die Lkw-Mautsätze angehoben werden? Das befürchtet zumindest der Industrieverband Garten (IVG).

Zum Jahresbeginn 2019 sollen die Mautsätze für Lkw weiter ansteigen. Foto: Pixabay

Belastungen für Straßengüterverkehr steigen in Milliardenhöhe

Schon die Ausweitung der Lkw-Maut auf sämtliche Bundesstraßen im Juli dieses Jahres habe zu einer Preiserhöhung zwischen sechs und acht Prozent inklusive steigender Fahrzeug-, Personal- und Gemeinkosten bei den Speditionsunternehmen geführt, so der IVG. Entsprechend könne sich auch die vorgesehene gesetzliche Anhebung der Lkw-Mautsätze zum Jahresanfang 2019 erheblich auf die Fracht- und Verbraucherpreise innerhalb der Grünen Branche auswirken.

Wie der IVG weiter ausführt, werden laut des neuen Wegekostengutachtens des Bunds ab kommendem Jahr die Belastungen für den Straßengüterverkehr in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 2,5 Milliarden Euro steigen. Zwei Milliarden davon stammen aus der Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Fernstraßennetz und 500 Millionen Euro aus der vorgesehenen gesetzlichen Anhebung der Mautsätze für Lkw über 7,5 Tonnen Anfang 2019.

Auch emissionsarme Euro-VI-Fahrzeuge betroffen

Anders als bisher, sollen dann auch den emissionsarmen Fahrzeugen der Euro-VI-Norm externe Kosten für Luftverschmutzung und Lärm angelastet werden, erklärt der Industrieverband Garten. Vierachsige Fahrzeuge dieser Emissionsklasse, die größer als 18 Tonnen sind, werden mit einer Anhebung der Mautsätze von 11,7 auf 18,7 Cent pro Kilometer besonders belastet.

Die Auswirkungen auf die künftigen Transportkosten beispielweise eines 40-Tonners sind laut Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung erheblich: Lagen sie für einen 300-Kilometertransport, je zur Hälfte auf der Autobahn und auf der Bundesstraße durchgeführt, bisher bei 20 Euro Maut, steigen sie mit 46 Euro auf mehr als das Doppelte.

Fachkräftemangel in der Logistik verschärft Lage zusätzlich

„Die Ausweitung der Lkw-Maut und die Anhebung der Mautsätze werden sich zwangsläufig auf die Fracht- und Verbraucherpreise auswirken, denn im Endeffekt wirkt die Maut wie eine Verbrauchssteuer“, sagt IVG-Geschäftsführerin Anna Hackstein.

Verschärft werde die Situation darüber hinaus durch höhere Kosten aufgrund des Fachkräftemangels in der Logistik, der bereits jetzt unmittelbar zur Laderaumverknappung beitrage. „Eine Verbesserung in diesem Bereich scheint auch in unmittelbarer Zukunft nicht in Sicht zu sein“, so Hackstein.