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Local Hero: der Evangelische Friedhof Lauenburg

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Als Liebgard Jennerich im vergangenen Jahr in der Friedhofskultur den Evangelischen Friedhof Lauenburg vorstellte und dessen digitale Angebote beschrieb, ahnte noch niemand davon: Der Friedhof setzte sich unter fünf nominierten Projekten an die Spitze und gewann den TASPO Award 2018 in der Kategorie „Local Hero – Beste regionale Verankerung“.

„Das grüne Herz – mitten im Leben“

„Was für eine unglaubliche Bestätigung unserer Arbeit, was für ein Rückenwind für die vielen Projekte, die wir noch in den Schubladen haben, um den Lauenburgern nicht nur einen ,Friedhof – in der Stadt‘, sondern vor allem ,Das grüne Herz – mitten im Leben‘ anbieten zu können“, sagt Bernd K. Jacob von der Friedhofsverwaltung.

Es kommen viele Details zusammen, die, jedes für sich, dazu beitragen, dass der bereits 1799 gegründete Friedhof Lauenburg seinem Slogan „Mitten im Leben“ auch gerecht wird. Zum einen die Lage: Das fünf Hektar große Gelände liegt mitten in der Oberstadt und ist von allen Seiten her rund um die Uhr zugänglich. Er wird dementsprechend von allen Bevölkerungsschichten als Grünanlage und Fußweg benutzt.

Vielfältige Aktionen für alle Altersschichten

Zum zweiten ist es die intensive Vernetzung mit sehr vielen örtlichen Verbänden, Institutionen und Einrichtungen, eine Folge der ausgeprägten Kommunikationsfreudigkeit der Verwaltungsmitarbeiter. Regelmäßig werden gemeinsame Aktionen durchgeführt, die alle Altersschichten auf den Friedhof bringen, sodass diese von klein auf mit dem Gelände und seinen Besonderheiten vertraut sind.

So gibt es jährlich einen großen Aktionstag mit Werkstattcafé und „Pflanzentauschbörse“, „Mutterboden verschenken“ oder „Eselspaziergängen“. Im Dezember kommen Nachbarn und Freunde in die Werkshalle, um bei Kerzenlicht, Punsch und Lebkuchen Weihnachtslieder zu singen und Geschichten zu hören.

Hortkinder imkern an friedhofseigenen Bienenstöcken

An den friedhofseigenen Bienenstöcken imkern die Hortkinder Honig, im Jugend-Ferienprogramm werden Entdeckungstouren angeboten, der Heimatbund und Geschichtsverein führt regelmäßig gut besuchte ornithologische, botanische oder geschichtliche Führungen durch. Der Lauenburger Friedhof ist das grüne Herz einer kleinen Stadt, Bestandteil des lokalen Lebens und Treffpunkt.

Zum dritten bietet der Friedhof Lauenburg bis auf die anonyme alle gängigen Beisetzungsvarianten an – von der Sarg-Wahlgrabstätte über Urnengemeinschaftsgräber bis zur Baumbestattung und dem Engelsgrabfeld für Stillgeborene.

Der Renner unter den Themengrabfeldern sind die Heidegräber, deren Anlage aufgrund der großen Nachfrage immer wieder erweitert werden muss. Ihr Vorteil: Ab einem bestimmten Alter ist die Bepflanzung komplett bodendeckend und die Felder sehen auch im Winter immer ansprechend aus.

Friedhof Lauenburg personell und medial präsent

Der Friedhof ist dabei nicht nur personell durch das eigene „Green Team“, sondern auch medial präsent. „Die Internetseite bietet allerlei Wissenswertes über die Anlage und begleitende Themen, das aktuelle Kulturangebot und einen Online-Shop. Lokale Gewerbemessen müssen mit uns rechnen, denn wir treten modern und plakativ auf“, berichtet Friedhofsleiterin Elle Koriath.

So beteiligte sich der Friedhof etwa im April 2016 mit der Aktion „abgeben können!“ an der Gewerbeschau Lauenburg. Dafür hatte das Team sich etwas Besonderes ausgedacht. Ein flacher Holzlöffel knapp über der Größe eines Kaffeelöffels war auf der Vorderseite eines Flyers durch einen Schlitz geschoben. Ein großgeschriebenes „abgeben können!“ ergänzte diesen haptisch gut erfahrbaren Löffel.

„Löffel abgeben können“ sorgt für viel Aufmerksamkeit

Auf der Rückseite der Pappkarte im typisch länglichen Flyer-Format standen Informationen zum Friedhof mit der Aufforderung „Besuchen Sie uns“, ergänzt mit Infos und Kontaktdaten, die das Angebot der Beratung zur Vorsorge für das eigene Ableben beinhalteten.

Dieses „Löffel abgeben können“ sorgte nicht nur während der Gewerbeschau dafür, dass der Stand der Friedhofsverwaltung im Gegensatz zu vielen anderen Ständen immer dicht belagert war, freut sich Koriath noch im Nachhinein, sondern sorgte auch noch nach der Schau für wochenlange Diskussionen in den sozialen Medien und darüber hinaus für einen signifikanten Anstieg an Vorsorgeverträgen.

Auf dem Stand gab es übrigens auch Götterspeise, die mit dem Holzlöffel gegessen, „ausgelöffelt“ werden konnte. Ein gelungener Coup also, der verdeutlicht, dass man am besten alle Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit bespielt. Da versteht es sich fast von selbst, dass Elle Koriath gelegentlich auch Filme bei YouTube einstellt.

Umdenken, ohne mit Traditionen zu brechen

Was treibt die Friedhofsmitarbeiter an, sich so zu engagieren? „Wir müssen umdenken, ohne mit Traditionen zu brechen und zeitgemäße Formen finden, Ruhe zu bewahren, moderner und marktorientierter denken, uns dem Wettbewerb stellen“, so Bernd K. Jacob von der Friedhofsverwaltung. Die Wahrnehmung ändere sich, kulturelle Angebote würden genutzt und Bestattungen mit positiven Gedanken belegt. „Generationenübergreifend!“

Mehr über den Friedhof Lauenburg und seine vielfältigen Angebote lesen Sie in der Friedhofskultur Ausgabe 3/2018 sowie in der Friedhofskultur 11-12/2018.

Rückblende: TASPO Awards 2018 – Rubrik Marketing

Der Evangelische Friedhof Lauenburg gehörte bei den TASPO Awards 2018 als „Local Hero – Beste regionale Verankerung“ zu den Gewinnern in der Rubrik Marketing. Im Video können Sie noch einmal die Höhepunkte der Verleihung erleben.