Löwenzahn – Sorten für den kommerziellen Anbau

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Gelb, soweit das Auge reicht: Im Frühling ist Löwenzahn eine dominierende Staude unserer Wiesen. Foto: Pixabay

Von vielen Gärtnern wegen seiner kräftigen Pfahlwurzel gehasst, von Kindern als Pusteblume geliebt – am Löwenzahn scheiden sich die Geister. Er wird aber auch kommerziell angebaut.

Der gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) dürfte in unseren Breiten jedem bekannt sein, denn er besiedelt fast jeden einigermaßen sonnigen Standort, sofern er nicht zu trocken ist. Gut gedüngte Wiesen stehen schon ab März in voller Löwenzahn-Blüte und präsentieren sich als buttergelbes Blütenmeer.

Löwenzahn: für Hummeln und Bienen ein Festmahl, im gepflegten Rasen weniger beliebt

Für die schon früh fliegenden Hummeln und Bienen sind die nektarreichen Röhrenblüten ein wahres Festmahl, und Löwenzahn-Honig ist begehrt. Im gepflegten Rasen wird der Löwenzahn weniger gerne gesehen, hält sich aber dank seiner bis zu 30 Zentimeter langen Pfahlwurzel und der grundständigen Blattrosette hartnäckig auch im kurz geschnitten Grün.

In einer erstaunlichen Geschwindigkeit schiebt er rasch neue Blütenstängel empor, die sich nach der Blüte genauso schnell in kugelige Fruchtstände verwandeln und die reifen Samen per Fallschirm in die Umgebung schicken.

Gezähnte Blätter geben Löwenzahn seinen Namen

Ihren volkstümlichen Namen hat die Staude von ihren charakteristisch gezähnten Blättern erhalten. Diese enthalten Bitterstoffe, aber auch ätherische Öle, Gerbstoffe, Kalzium, Kalium, Kieselsäure und etliche Vitamine.

Die Bitterstoffe machen den Löwenzahn auch für die medizinische Verwendung interessant, denn sie entfalten eine verdauungsfördernde Wirkung und regen die Gallentätigkeit an. Ätherische Öle und Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und beschleunigen den Wundverschluss. Um die medizinischen Tees und Tinkturen herstellen zu können, wird Löwenzahn kommerziell angebaut.

Löwenzahn-Salat als Delikatesse

Aber nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil die frischen Blattrosetten durchaus wohlschmeckend sind, kultivieren ihn einige Betriebe. Besonders im zeitigen Frühjahr gelten frische und wie Chicorée gebleichte Blattrosetten als Delikatesse. Vor allem im französisch beeinflussten Saarland kommt häufig Löwenzahn auf den Salatteller, egal ob gebleicht oder einfach nur als junges, zartes Blattwerk.

Für den Anbau sind spezielle Sorten ausgelesen worden, die viel Blattmasse bilden und etwas weniger Bitterstoffe enthalten als die Wildform, beispielsweise ‘Verbesserter Vollherziger’.

Rollen schon 2020 Löwenzahn-Reifen über unsere Straßen?

Neben dem gewöhnlichen Löwenzahn ist eine weitere Art interessant, nämlich der kaukasische oder russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz). Aus dessen kräftiger Pfahlwurzel kann echter Kautschuk gewonnen werden. Mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten daran, dass vielleicht schon im Jahr 2020 „Löwenzahn-Reifen“ über unsere Straßen rollen.

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