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Marktbeobachtung: Frühgemüsesaison begann verzögert

Die diesjährige Saison lief für die meisten Frühgemüsearten deutlich verspätet an; in der Pfalz spricht man bei einigen frühen Kulturen von einer zweiwöchigen Verspätung gegenüber einem Normaljahr. Daraufhin wurden noch in der ersten Maihälfte für einige Kulturen ungewöhnlich hohe Preise notiert. Mit steigenden Angebotsmengen sackten die Preise bis zum Monatsende jedoch recht schnell auf ein eher saisonübliches Niveau ab, so beschrieb Sonja Illert von der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) während der Auftaktveranstaltung zum Start der bundesweiten Frühgemüsesaison den Stand der Dinge.

Die Abgabepreise der Erzeugerorganisationen für Kopfsalat bewegten sich um den 10. Mai um 23 Euro je 100 Stück. Ein Vergleich mit den Vorjahren hinkt aufgrund des späten Saisonstarts. Aber auch im vergangenen Jahr setzte die Ernte relativ spät ein, die Preise lagen zum 10. Mai um 20 Euro je 100 Stück. In den Jahren 2003 und 2004 war der Saisonstand weit vorgerückt, es entstand schnell ein Angebotsdruck. Die Absatzorganisationen erzielten um den 11. Mai etwa zehn bis elf Euro je 100 Stück. Danach jedoch änderte sich die Situation. Die Angebotsmengen aus dem Freilandanbau wurden allmählich größer. In der letzten Maiwoche sind die Preise mit dem sich aufbauenden Angebotsdruck stärker ins Rutschen gekommen und unterschreiten vereinzelt schon wieder die akzeptable Schwelle. Abzulesen ist dies auch an vermehrt geschalteten Billigangeboten des Discounts im Bereich 25 bis 30 Cent pro Stück.

In weiten Bereichen vergleichbar stellt sich die Situation bei Bunten Salaten dar. Die Saison begann ebenfalls deutlich verspätet. In den Jahren 2003 bis 2005 standen bereits zwischen dem 10. und 15. April erste Mengen zur Verfügung, 2006 wurden erste Kleinstmengen in der letzten Aprilwoche geerntet. Die Abgabepreise der Erzeugerorganisationen bewegen sich für die zweite Maiwoche mit 25 Euro je 100 Stück auf einem Top-Niveau, nachdem man in den Jahren 2003 und 2004 etwa um neun Euro, 2005 um 15 Euro erzielte. Auch hier relativieren sich die Aussagen, wenn man den späten Saisonbeginn berücksichtigt. Zudem hat sich die Marktlage Ende Mai wie beim Kopfsalat völlig verändert. Seit Mitte Mai hat sich ein zunehmender Angebotsüberhang in Deutschland aufgebaut. Die Folge war ein beschleunigter Preisverfall.