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Maschinen für die alternative Unkrautregulierung

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Die Unkrautregulierung in Sonderkulturen wird zunehmend schwieriger: Nach dem Wegfall des Wirkstoffes Glufosinat (Basta) gibt es als zugelassene Totalherbizide noch Glyphosat-Herbizide, doch wie lange noch? Aus diesem Grund hat die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim am 9. Mai 2018 eine Maschinenvorführung zum Thema „Alternative Unkrautregulierung für Obstbau und Baumschule“ veranstaltet.

Der Aedes BioSystem Schlegelmulcher bekämpft Unkraut mechanisch. Foto: Thomas Wiehler

Hierbei wurden neben Möglichkeiten insbesondere auch Grenzen angesprochen und aufgezeigt. Bei den Vorführungen zu alternativen Unkrautregulierungsmaßnahmen kamen vor allem mechanische Geräte zum Einsatz. Aber auch ein Heißwassergerätehersteller stellte seine Produkte praktisch vor.

Vorgeführt wurden folgende Maschinen für die alternative Unkrautregulierung:

  • Clemens/Baywa: Radius SL Plus,
  • Müller&Sohn: Reihenputzer,
  • Humus: Humus Planet,
  • Waterkracht/KLG: Heißwassertechnik,
  • Naio technologies/Kress Landtechnik: Selbstfahrender Roboter,
  • Schmidt/Aedes: Bio-System,
  • ALM – Adelhelm Landtechnik Maschinenbau: Rollhacke, Fingerhacke,
  • Ladurner/Duffner: Krümler Ladurner,
  • Holder: Schmalspurfahrzeug.

Nachfolgend sind einige Erkenntnisse, Aspekte aus den Diskussionen und Erfahrungen von der Maschinendemonstration in Veitshöchheim zusammengetragen.

Pflanzenschutz: Alternativen „ohne Chemie“ haben auch Grenzen

Gezeigt wurden einige funktionale Geräte, die Unkräuter ohne den direkten Einsatz von „Chemie“ bekämpfen können. Mechanische/thermische Unkrautbekämpfung kann jedoch auch einige negative Konsequenzen nach sich ziehen oder Grenzen haben. Zusammengefasst ist zu nennen:

  1. Nicht alle Unkräuter werden nachhaltig bekämpft, vielmehr meist teils nur (Samen-)Unkräuter, bevor sich diese (über Samen oder erneutes Anwachsen) weiter vermehren.
  2. Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung ist eine Vermehrung durch Verschleppung von (Wurzel-)Unkräutern nicht auszuschließen. Damit könnte sich der Unkrautdruck erhöhen.
  3. Eine rasche Wiederbegrünung – insbesondere durch Wurzelunkräuter oder Wiederanwachsen anderer Pflanzen – ist nicht auszuschließen; eher wahrscheinlich.
  4. Pro Vegetationsperiode sind sowohl bei der mechanischen wie auch der thermischen Unkrautbekämpfung in der Folge mehrere Einsätze nötig. Dies bedeutet im Vergleich zur chemischen Bekämpfung: mehr Arbeitszeit und in Konsequenz mehr Arbeitskosten sowie mehr Treibstoffeinsatz oder höherer Energieraufwand.
  5. Es können Wettersituationen (zu nass oder zu trocken) auftreten, bei denen die regelmäßig zu wiederholenden Durchfahrten der alternativen Maßnahmen nicht möglich sind. In der Folge besteht die Gefahr, dass das Unkraut für eine mechanische/thermische Bekämpfung zu groß/zu viel wird.
  6. Die Flächenleistung ist teils deutlich geringer als beim chemischen Pflanzenschutz.
  7. Alternative Maßnahmen bergen Gefahren und können Kulturen schädigen. Insbesondere bei schlechter Geräteeinstellung kann es bei mechanischen Geräten zum Freilegen der Wurzeln und/oder zu Anfahrschäden an Stämmen kommen. In Extremfällen sind die geschädigten Kulturen unverkäuflich. Bei der thermischen Bekämpfung besteht das Problem von Hitzeschäden, wenn Pflanzenteile bei den angebauten Kulturen getroffen werden.
  8. Abgesehen von Handarbeit gibt es nicht für jede Anbausituation alternative Lösungen.

Mehr zur Sonderstellung der Baumschule beim Pflanzenschutz und das Fazit unseres Experten Thomas Wiehler finden Sie in TASPO 40/2018, die Sie auch über unseren Haymarket-Shop abrufen können.