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Massaria-Krankheit breitet sich aus

Die Massaria-Krankheit der Platane breitet sich immer weiter nach Norden aus - mittlerweile sind Platanen in ganz Deutschland befallen. Darauf wiesen Prof. Dr. Dirk Dujesiefken und Prof. Dr. Rolf Kehr im Rahmen der diesjährigen Osnabrücker Baumpflegetage hin und gingen auch auf die Auswirkungen hinsichtlich der Verkehrssicherheit ein. Der verantwortliche Pilz Splanchnonema platani sei deshalb so gefährlich, weil er zu einer extrem schnellen Totholz-Bildung führt (siehe auch TASPO BaumZeitung 4/2005). Äste, die im Frühjahr noch ohne Symptome sind, könnten im Herbst bereits brechen und das bei Aststärken mit rund zehn Zentimeter Durchmesser. Zudem sei es schwierig, die Symptome vom Boden aus zu erkennen, weil die Äste oft nur auf der Oberseite absterben. Deswegen sei es unter Umständen erforderlich, Platanen von der Hubarbeitsbühne aus zu kontrollieren. Für Baumkletterer stellen befallene Platanen ebenfalls eine Gefahrenquelle dar, denn die befallenen Äste halten nicht mehr Stand und brechen unter dem Fuß weg. Umso wichtiger, dass die Kletterer die Symptome der Massaria-Krankheit kennen und die Äste richtig einschätzen können. Wird bei einer Platane der Befall mit der Massaria-Krankheit festgestellt, müssen alle befallenen Äste herausgeschnitten werden. Im Gegensatz zu der in Deutschland nicht vorhandenen Platanenwelke stirbt die Platane durch die Massaria-Krankheit nicht ab. Die Platanenwelke bezeichnete Kehr als schwerwiegendste Platanenkrankheit, die es auf der Welt gibt. Glücklicherweise sei diese meldepflichtige Quarantänekrankheit in Deutschland bisher noch nicht aufgetaucht. In Südeuropa ist sie seit 1972 vertreten.