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Mehr als ein Schnupperkurs: erweiterte Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau

Die Bepflanzung ist anders, die Steine sind verschieden, auch die Technik weicht vom Gewohnten ab: Im Süden lassen sich neue, abweichende Erfahrungen machen im Gegensatz zu der gewohnten Ausbildung im Norden Deutschlands. Niklas Böggemann schildert seine positiven Erfahrungen der besonderen Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau. 

Niklas Böggemann (links) und Peter Stockreiter erläutern die praktischen Vorteile. Foto: Gabriele Friedrich

Teilnehmer und Interessenten waren der Einladung der Initiative für Ausbildung in den GaLaBau-Betrieb Stockreiter in Mettingen gefolgt. Niklas Böggemann ist seit 2009 in der Ausbildung zum Landschaftsgärtner im Betrieb Stockreiter. In diesen Tagen macht er seine Abschlussprüfung und wird dann als Geselle übernommen. Ein Teil der besonderen Ausbildung führte ihn als Austausch in einen anderen Betrieb, in diesem Fall nach Süddeutschland.

Dort konnte er für zwei Wochen die etwas anderen Bedingungen auf einer Baustelle im Privatgarten in Stuttgart kennenlernen. Eine attraktive Zeit, die informativ, lehrreich und reizvoll war, die er auf keinen Fall missen möchte: eine Bereicherung, erklärt er, die er jedem Auszubildenden wünschen würde. Der Austausch von Auszubildenden ist freiwillig. In diesem Fall konnte Böggemann im Betrieb Bühler in Nürtingen wohnen, Kosten für die Fahrt tragen die Betriebe.

Doch schon der normale Ausbildungsalltag im Norden hält Vorteile bereit, schildert er weiter. So ist das Verhältnis zum Ausbilder ein intensives. Regelmäßig finden Treffen aller Auszubildenden statt, auch mit solchen aus nahe gelegenen GaLaBau-Betrieben. Gefallen hat ihm natürlich auch die individuelle Förderung in seinen speziellen Interessensgebieten. In diesem Fall Schwimmteiche, Gartenteiche und Koi-Teiche, entsprechend konnte er eine zweitägiges Bionova-Schwimmteich-Seminar in München besuchen.

Weitere Interessensgebiete liegen bei den neuen Medien, so konnte er die Internetpräsenz mitbetreuen, Facebook-Seiten einrichten und verlinken. Darüber hinaus gibt es eine enge Kontrolle und erweiterte Führung des Berichtsheftes mit festen Vorgaben sowie eine entschiedene und konsequente Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Alles in allem zieht er ein sehr positives Fazit.

Bereits seit 25 Jahren ist Peter Stockreiter als Ausbilder tätig und seit 1996 selbstständiger Gärtner im niedersächsischen Mettingen. Er gehört der Initiative seit 2010 an. In seinem GaLaBau-Betrieb beschäftigt er 30 Arbeitskräfte, davon acht Auszubildende. Jedes Jahr werden zwei bis drei neue Ausbildungsplätze vergeben. Einen großen Vorteil sieht er darin, dass die Auszubildenden sehr viel selbstständiger arbeiten, sich um kleinere Baustellen schon mal alleine kümmern können, dass sie begeistert bei der Arbeit sind, dass die Kommunikation untereinander verbessert wurde.

Ein gewisser werblicher Effekt hat sich auch eingestellt, berichtet Stockreiter. Der Betrieb werde in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen, die besondere Ausbildung werde als etwas Positives bemerkt, was sich dann auch auf die Bewerbungen neuer Auszubildenden auswirke. Im Jahr 2010 waren es sechs, im Jahr 2012 waren es bereits 20.

Stockreiter hat einen Mitarbeiter abgestellt, der sich 30 bis 40 Prozent seiner Arbeitszeit der Ausbildung im Betrieb und der Initiative insgesamt widmet. Aus dessen Sicht ist bei konsequenter Orientierung an den zwölf Kriterien der Initiative ein verbesserter und größerer Einsatz vieler Auszubildenden zu bemerken, sie arbeiten zuverlässiger. Jährlich gibt es ein Treffen der Ausbilder und der Unternehmer zum Erfahrungsaustausch und zu Schulungen.

Andere, an der Initiative beteiligte GaLaBau-Unternehmer schätzen gerade diesen Input, der von außen auf die Betriebe einwirkt und sich positiv in der Ausbildung widerspiegelt. Manche sehen vor allem die geregelte, strukturierte Ausbildung als besonders lohnend und nützlich an. Sie könne jetzt stressfrei ablaufen, da alle Beteiligten genau wissen, was wann und wo gemacht werden muss. Ein weiterer Gewinn wird darin gesehen, dass die Ausbildung nicht mehr nur nebenbei läuft, sondern mehr in den Fokus der betrieblichen Abläufe gerückt ist, damit mehr Beachtung bekommt und auch mehr Wertschätzung genießt.

Mehr Informationen zum Treffen „Initiative für Ausbildung“, lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 30/2012. (fri)