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Mehr Bienengrün bald als Pflegestandard?

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Der Schutz von Insekten, insbesondere von Bienen, ist derzeit das Topthema. Auch in öffentlichen Bereichen wird eine bestäuberfreundliche Umgebung immer bedeutender. Beispiele aus München und Berlin zeigen, wie es gehen kann. Die deutsche Hauptstadt plant sogar, ihre Pflegestandards dahingehend anzupassen.

In den Pflanzkästen entlang der Münchner Galeriestraße locken unter anderem Phacelia Bienen und Insekten an. Foto: Pixabay

Eldorado für Bienen und Insekten

Ein buntblühendes Eldorado für Bienen und andere Insekten – so betitelt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) in München seinen neu gestalteten Vorgarten. Geplant und umgesetzt wurde das zeitlich begrenzte Projekt namens „Urbeen“ durch Studierende der Technischen Universität München.

Die angehenden Landschaftsarchitekten installierten auf den Grünflächen entlang der Galeriestraße lineare Pflanzkästen, in denen beispielsweise Phacelia, Kornblume, Rittersporn und Topinambur wachsen. Eine Totholzskulptur dient als überdimensionales Wildbienenhotel. Dimensionen und Farbwirkung sollen an landwirtschaftliche Feldstrukturen erinnern, so das Konzept.

Ein Stück Natur mitten in München

Eröffnet wurde der insektenfreundliche Vorgarten während des Hoffestes des Ministeriums am 16. Juni. „Wir wollen ein Stück Natur und Landwirtschaft mitten in die Stadt holen und für alle erlebbar machen“, sagt Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Blühen und summen soll es bald auch in der Hauptstadt. Berlin investiert zusammen mit der Deutschen Wildtier Stiftung rund 1,7 Millionen Euro, um acht Grünflächen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bestäuberfreundlich umzugestalten und die Pflege der Anlagen entsprechend anzupassen.

Blühwiesen und Wildstauden für Charlottenburg-Wilmersdorf

Wie die Senatsverwaltung mitteilt, läuft das Projekt „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ zunächst über fünf Jahre. „Die Schwerpunkte liegen bei der Aufwertung öffentlicher Grün- und Freiflächen, das Einbinden interessierter Akteure und der Öffentlichkeitsarbeit.“ So sollen auf unterschiedlichen Flächen im Bezirk artenreiche Blumenwiesen angelegt, Wildstauden gefördert und Nisthabitate geschaffen werden. Infotafeln an Nisthilfen informieren über das Projekt.

Den Anfang macht die Umgestaltung der Baumannschen Wiese in der Nähe der U-Bahn-Station Ruhleben, der Startschuss dafür fiel am 5. Juni. Weitere sieben Flächen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sollen folgen, darunter auch Mittel- und Seitenstreifen.

Mehr Aufmerksamkeit für Insekten

„Es wird dringend Zeit, dass wir den Insekten größere Aufmerksamkeit widmen und ihnen einen besseren Lebensraum in der Stadt bieten“, sagt Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz. „Was heute eine ungenutzte Fläche zwischen zwei Straßen ist, soll morgen ein blühender Lebensraum für Wildbienen werden, ergänzt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Alle Maßnahmen werden auf Alltagstauglichkeit, Kosten und Wirksamkeit für die Insekten geprüft. Ziel sei es, mit vertretbarem Aufwand die Berliner Grünpflege zukünftig flächendeckend insektenfreundlicher zu gestalten und dies als Pflegestandard für die Grün- und Freiflächen der Hauptstadt aufzunehmen. Dem Beispiel Charlottenburg-Wilmersdorf sollen künftig weitere Bezirke in Berlin folgen.

Mehr zum Thema Insektenschutz und Bienengehölze lesen Sie in der TASPO 28/2018, die am 13. Juli erschienen ist.