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Mehr Wegeunfälle: Gartenbau BG legt Unfallstatistik für 2010 vor

Im Oktober legte die Gartenbau-Berufsgenossenschaft die Unfallstatistik für das Jahr 2010 vor. Demnach stieg die Zahl der versicherten Unternehmen und Beschäftigten. Im vergangenen Jahr waren mit 634.326 Personen 10.746 Personen mehr versichert als noch 2009. 

Obwohl der Gartenbau damit im Vergleich zu den sinkenden Zahlen in der Landwirtschaft seine positive Entwicklung verdeutlicht, konnte zunächst keine positive Auswirkung auf die durchschnittliche Unfallquote erzielt werden.

Grund dafür waren lang anhaltende Minusgrade zu Jahresbeginn 2010 und der erneut frühe Wintereinbruch gegen Ende des Jahres. Dieser Witterungsverlauf sorgte für einen Anstieg der gemeldeten Unfälle: auf 46.084 und damit 1.153 mehr als noch 2009 (44.931).

Die sogenannte 1.000-Mann-Quote – das Risiko von Unfällen je 1.000 Vollarbeiter im Gartenbau – stieg somit im selben Zeitraum von 53,3 auf 56,9 Unfälle.

Eine hohe Gefährdung, die sich auch in den Zahlen tatsächlich eingetretener Unfälle ausdrückt, ergibt sich nach den Erfahrungen des Technischen Aufsichtsdienstes unter anderem bei Arbeiten mit Motorgeräten, insbesondere -sägen, bei Arbeiten mit der Leiter, im Bereich der Baumpflege oder im Bereich Ladungssicherung.

Die Zahl der Verkehrs- und Wegeunfälle stieg 2010 witterungsbedingt um 22 Prozent.


Mehr Todesfälle zu beklagen
Während größere Unternehmen zunehmend auf das Arbeitsschutzmanagementsystem Gartenbau (AMS Gartenbau) zugreifen, handhaben insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen die Unfallprävention noch unzureichend, so die Berufsgenossenschaft.

Dies findet seinen Niederschlag auch darin, dass sich die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle im Berichtszeitraum nahezu verdoppelte. Unfallschwerpunkt mit fast 50 Prozent der insgesamt 16 Unfälle waren ohne Fachkunde ausgeführte Baumarbeiten. 

Um so erfreulicher ist es, dass beispielsweise die Zahl der Motorsägenunfälle branchenübergreifend im Vergleich zum Jahr 2007 um fast 24 Prozent von 564 auf 431 im Jahr 2010 gesunken ist.

Die Forderung der Selbstverwaltung, menschenbezogene Unfallursachen durch entsprechende Fachkunde (AS-Baum-I und AS-Baum-II, SKT-A und SKT-B und weitere) zu reduzieren, zeige damit Wirkung, so die Berufsgenossenschaft.

Auch im Bereich Kleinmaschinen (zum Beispiel Rasenmäher und Heckenschere) konnte erstmals ein leichter Rückgang der Unfallzahlen um zwei Prozent verzeichnet werden.

Ausgezahlt haben sich ebenfalls in den vergangenen Jahren durchgeführte Sonderaktionen, die zur Verhinderung von Unfällen mit Leitern beitragen sollten. Hier vermeldet der Bericht für 2010 eine Verringerung der Unfälle um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Neurenten (Personen, die 2010 erstmals eine Unfallrente erhielten) sank 2010 im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 38 Prozent. Nicht zuletzt deshalb blieben die Leistungsausgaben der Gartenbau-BG trotz des allgemeinen Kostenanstiegs im Gesundheitswesen und gewachsener Versicherungszahlen 2010 stabil.

Im Jahr 2009 hatte der Unfallversicherungsträger rund 78,4 Millionen Euro für Renten, Verletztengelder, ambulante und stationäre Heilbehandlungen ausgegeben.

Im Gegenzug dazu stiegen die Arbeitswerte (Lohnsummen als Beitragsmaßstab der versicherten Betriebe) aufgrund der guten Konjunkturlage im Berichtsjahr 2010, was sich positiv auf die Beitragsreduzierung auswirkte.

(Kathrin Scheumann)