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Memorandum: führende Position des Zierpflanzen-Züchtungsstandorts Deutschland erhalten

Öffentliche und privatwirtschaftliche, gartenbauliche Pflanzenforschung und Züchtung sind von hoher gesellschaftlicher Bedeutung und benötigen angemessene politische Unterstützung. Dies ist eine der Aussagen aus dem Memorandum zum 1. Symposium Zierpflanzenzüchtung, das die Veranstalter jetzt vorgelegt haben. 

Ein Beispiel für erfolgreiche Züchtungsarbeit: die gefüllte Osteospermum ’Flower Power Double White Bronce‘ von Selecta Klemm. Foto: Norbert Elgner

Mit einem Gesamtmarktvolumen von etwa 8,64 Milliarden Euro sind Zierpflanzen eine wichtige Wirtschaftsgröße, heißt es unter anderem in dem Memorandum. Im Zierpflanzenbau sei Deutschland neben den Niederlanden der bedeutendste Züchtungsstandort der Welt. Diesen gelte es zu erhalten.

Vor dem Hintergrund gravierender globaler Veränderungen wie Verknappung von Ressourcen, Klimawandel und strukturellen wirtschaftlichen Veränderungen sind für den Zierpflanzenbau angemessene Handlungsoptionen zu entwickeln und umzusetzen, führen die Beteiligten weiter aus. Verbunden mit dem Prozess des Wertewandels in der Gesellschaft, wie beispielsweise gestiegenes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, veränderten sich zusätzlich die Qualitätsansprüche an gartenbauliche Produkte und Erzeugnisse. Grundsätzlich seien davon alle Glieder der Wertschöpfungskette, beginnend mit der Züchtungsforschung und der Pflanzenzüchtung, betroffen.

Um die globalen Herausforderungen zu meistern, halten die Beteiligten eine zukunftsorientierte nationale Zierpflanzenzüchtung für erforderlich. Die technischen Fortschritte im Bereich der DNA-Sequenzierung eröffnen neue Möglichkeiten der Genotypencharakterisierung. Generell sei von einem hohen Innovationspotenzial der Genomforschung, der Phänotypisierung und der damit verbundenen Bioinformatik auszugehen.

Für die Zierpflanzenzüchtung muss laut Memorandum eine zielgerichtete anwendungsorientierte Methodenumsetzung verfolgt werden, die einerseits genetische Prozesse erfasst und andererseits der Artenvielfalt Rechnung trägt. Damit erschlössen sich auch neue züchtungsmethodische Ansätze wie das Smart Breeding (Selection with Markers and Advanced Reproductive Technologies) oder die Präzisionszüchtung. Insbesondere die umweltunabhängige Merkmalserkennung und die Möglichkeit, geeignete Pflanzen bereits in frühen Phasen ihrer Entwicklung zu selektieren, verkürzten die Züchtungsdauer und könnten Kosten sparen.

Was die Umsetzung von Forschungserkenntnissen in die Praxis betrifft, könne eine stärkere interdisziplinäre Vernetzung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Züchtungsforschung beschleunigend wirken. Beim wissenschaftlichen Nachwuchs setze die Komplexität dieser Fragestellungen eine hervorragende interdisziplinäre Ausbildung voraus.

Veranstaltet wurde das 1. Symposium Zierpflanzenzüchtung bereits am 15. und 16. November 2011 in Quedlinburg (siehe TASPO 50/11). Eingeladen hatte das Julius Kühn-Institut (JKI) gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), dem Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) und der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP). (bvz/zvg)