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Mindestlohn: Druck für Gartenbau nimmt zu

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Der Mindestlohn stellt den Gartenbau vor große Herausforderungen. Wie eine Studie des Thünen-Instituts ergeben hat, wächst unter anderem der Druck für die Beschäftigten. Als Anpassung an den Mindestlohn würden viele Betriebe nämlich höhere Anforderungen an die Arbeitsleistung stellen. „Das wird den Umgang mit weniger leistungsfähigen Personen verändern“, so Dr. Hildegard Garming vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft.

Durch den Mindestlohn hat der Druck auf Betriebe und Beschäftigte im Gartenbau zugenommen. Foto: Alexander Spoerr/Fotolia

Mindestlohn führt zu verstärkter Mechanisierung

Konsequenzen ergeben sich auch für Saisonarbeiter. Viele Betriebe werden der Studie zufolge künftig verstärkt in die Mechanisierung investieren, um auf lange Sicht mit weniger Fremd- und Saisonarbeitskräften auszukommen. Gleichzeitig seien Saisonarbeiter unzufrieden mit der gesetzlich festgeschriebenen Begrenzung der Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden, da dies ihre Verdienstmöglichkeiten schmälere.

Als weitere Folge des Mindestlohns planen etliche Betriebe der Studie zufolge, Flächen mit arbeitsintensiven Kulturen zu reduzieren, um den Arbeitsaufwand für Pflege und Ernte möglichst gering zu halten.

Mehr Bürokratie durch Mindestlohn belastet Betriebe

Darüber hinaus bereiten den Betrieben der bundesweiten Befragung durch das Thünen-Institut zufolge die gestiegenen Anforderungen an die Bürokratie Probleme. Nicht nur der mit der Einführung des Mindestlohns entstandene hohe Verwaltungsaufwand für Arbeitsaufzeichnungen, sondern auch zu unflexible Ausnahmeregelungen des Arbeitszeitgesetzes bei drohenden Ernteverlusten wurden hier genannt.

Ebenfalls problematisch sind für viele Gartenbau-Betriebe die infolge des Mindestlohns steigenden Produktionskosten. So haben Modellrechnungen etwa für Obst- und Gemüseerzeuger deutlich höhere Produktionskosten gegenüber 2014 ergeben. Diese liegen der Studie zufolge etwa bei Äpfeln um sieben Prozent, bei Spargel um zwölf Prozent und bei Erdbeeren sogar um 16 Prozent über dem Niveau von 2014.

Die Studie liegt inzwischen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vor und kann als Thünen Working Paper 53 auf der Webseite des Thünen-Instituts heruntergeladen werden.