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Mindestlohn & EEG-Novelle: Pilzproduzenten befürchten dramatische Folgen

Die Themen Novellierung des EEG und Einführung des Mindestlohns standen bei der Vorstandssitzung des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) in Hannover im Vordergrund. Beide Themen werden nach Einschätzung der Vorstandsmitglieder dramatische Folgen für die Pilzproduzenten haben, informiert der BDC. 

Deutsche Champignons sind gefragt, jedoch gestalten sich laut BDC die Rahmenbedingungen für die Produktion immer schwieriger. Foto: BDC

Von der EEG-Umlage, die es in den anderen Mitgliedstaaten der EU nicht gibt, können sich deutsche Pilzerzeuger anders als die Erzeuger im produzierenden Gewerbe bislang nicht befreien lassen. Auch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sieht eine Befreiungsmöglichkeit für Großverbraucher aus der Landwirtschaft nicht vor. Der BDC fordert aber genau dies mit Vehemenz, da die Pilzerzeuger in einem starken internationalen Wettbewerb stehen.

Eine weitere deutliche Verschärfung im internationalen Wettbewerb bedeutet für die Pilzanbauer laut BDC die Einführung des Mindestlohnes von 8,50 Euro pro Stunde. Zurzeit sei die Nachfrage nach Pilzen aus Deutschland und aus der Region jedoch sehr gut, wie BDC-Vorsitzender Michael Schattenberg (Wallhausen) zum Tagesordnungspunkt „Markt“ vermerken konnte. Vor allem braune Champignons werden immer beliebter, allerdings sind bei allen Pilzarten die Preise aus Sicht der Produzenten angesichts steigender Kosten nach wie vor unbefriedigend.

Sehr erfolgreich ist die Öffentlichkeitsarbeit des BDC, die vom Grünen Medienhaus gestaltet wird. Derzeit beschäftigt sich der Vorstand mit der Ausarbeitung einer Sonderkampagne, über die verstärkt Schulen angesprochen werden sollen.

Sorge bereitet zudem die politische Situation in der Ukraine – viele polnische Champignonproduzenten haben sich auf diesen und den russischen Markt spezialisiert. Sollte es dort zu Problemen kommen, wird sich der bereits bestehende Druck auf die deutschen Betriebe noch deutlich verstärken, fürchtet der BDC.

Mit einer intensiven Analyse des Marktes wird sich unter anderem die öffentliche Vortragstagung im Rahmen der 66. BDC-Jahrestagung vom 9. bis 11. Oktober in Rostock-Warnemünde beschäftigen. Neben der traditionellen Betriebsbesichtigung stehen Vorträge zu neuen technischen Entwicklungen an der Ostsee auf der Agenda. (bdc/zvg)