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Motorsägen: Kraftprotze im Test

Kein Werkzeug für Haus und Garten sei so gefährlich wie eine Kettensäge, erwähnte die Stiftung Warentest in Zusammenhang mit ihrer Kettensägen-Prüfung (Zeitschrift Test, August 2008). Immerhin schnitten nicht alle Geräte schlecht ab. Fünf von zwölf Kettensägen – im Februar/März 2008 erworben – erreichten die Testnote „Gut“. Zwei von vier Benzinern waren „Gut“, nämlich Dolmar PS-420 C (Hersteller: Dolmar aus Hamburg, www.dolmar.de) und Stihl MS 181 (Hersteller: Stihl aus Waiblingen, www.stihl.de). Mit der Gesamtnote 1,9 war die benzinbetriebene Kettensäge von Dolmar das insgesamt bestbewertete Gerät. Es überzeugte vor allem bei der Schnittleistung, selbst bei hartem Buchenholz (38 Quadratzentimeter pro Sekunde). Beim weichen Fichtenholz waren es sogar 65 Quadratzentimeter pro Sekunde. Auch hinsichtlich Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung / Haltbarkeit gab diese Kettensäge keinen Anlass zur Kritik. Mit dem Durchschnittspreis von 440 Euro war die Dolmar PS-420 C jedoch die teuerste Säge. Was die Umwelteigenschaften angeht, so fiel am Gerät von Dolmar ebenso wie bei den anderen benzinbetriebenen Kettensägen die enorme Lautstärke negativ auf. Die Abgaswerte waren akzeptabel, da ein Katalysator die Schadstoffe im Abgas reduziert. Mit 5,7 Kilogramm Leergewicht war die benzinbetriebene Dolmar-Kettensäge das schwerste Gerät. Trotz des hohen Gewichts sei dieses Gerät aber handlich, merkte die Stiftung Warentest an.

Die zweite benzinbetriebene Kettensäge mit Qualitätsurteil „Gut“ kommt aus dem Hause Stihl. Die Stihl MS 181 erreichte die Gesamtnote 2,2. Ihre Sägeleistungen waren gut, obwohl – vor allem beim Hartholz – nicht ganz so überzeugend wie beim Gerät von Dolmar. Hinsichtlich Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung/Haltbarkeit erhielten beide Geräte die gleichen Bewertungen. Dies gilt weitgehend ebenso für die Umwelteigenschaften, wobei die Kettensäge von Stihl geringere Schadstoffwerte im Abgas aufwies, aber relativ hohen Kettenölverbrauch. Mit nur 4,9 Kilogramm Leergewicht (einschließlich Schneidgarnitur) war das Gerät leicht und handlich. Mit dem Mittelpreis von 302 Euro ist die Stihl MS 181 um mehr als ein Viertel billiger als die Dolmar PS-420 C.

Zwei billige benzinbetriebene Kettensägen fielen bei der Stiftung Warentest durch und wurden mit „Mangelhaft“ bewertet. Die schlechten Noten für die Kettensäge Mc Culloch Mac 7-40 und für ein von Plus als Aktionsware angebotenes Gerät (Plus/Stark Professional PSC 4107, nicht mehr im Angebot!) entstanden durch Mängel bei den Umwelteigenschaften; diese Geräte wurden abgewertet, weil die Abgasemissionen über dem Grenzwert lagen. Beim McCulloch Mac 7-40 war das Fehlen einer deutschsprachigen Anleitung ein weiterer Grund zur Abwertung. Beim Stark Professional PSC 4107 zerbrach der Handgriff beim Belastungstest. Was die Sägeleistung angeht, so erreichte das Gerät von McCulloch immerhin Note 2,7 (Befriedigend). Allerdings stellten die Tester fest, dass die Kettenspannung schnell nachlässt.

Wer die Kettensäge nur für Arbeiten in Reichweite einer Steckdose einsetzt, sollte nach Angaben der Stiftung Warentest zu einem umweltschonenden Elektrogerät greifen. Drei von acht Elektro-Kettensägen schafften bei diesem Test das Qualitätsurteil „Gut“: Stihl MSE 180 C (Gesamtnote 2,0 / mittlerer Preis 295 Euro; leicht, handlich und mit besonders guter Anleitung; Überlastschutz im Griffbereich; besonders sicher); Dolmar ES-163 A (Gesamtnote 2,3 / mittlerer Preis 244 Euro; besonders schlanke und handliche Säge, mit der sich laut Stiftung Warentest auch bei beengtem Platz gut arbeiten lasse; die Kettenbremse werde bei Rückschlag etwas schwer ausgelöst; hoher Ölverbrauch) und Husqvarna Electric 321 (Gesamtnote 2,4 / mittlerer Preis 249 Euro; schlankes und handliches Gerät; etwas sensibel reagierender Überlastschalter; vorbildliche Sicherheitshinweise).

Alle acht Elektro-Kettensägen erreichten gute bis befriedigende Schnittleistungen. In dieser Beziehung war die Kettensäge Bosch AKE 35-19 S am besten: Note 1,8 bei Schnittleistung! Warum das auch hinsichtlich Handhabung, Sicherheit und Umwelteigenschaften überzeugende Gerät von Bosch insgesamt nur mit „Ausreichend” bewertet wurde, ist auf einen Mangel im Bereich Verarbeitung / Haltbarkeit zurückzuführen: Zwei von drei Geräten dieses Typs ließen sich nach einem Test auf dem Prüfstand nicht mehr starten. Wer wenig Geld für die Kettensäge ausgeben will, kann ein Modell von Einhell aus Landau an der Isar wählen. Diese Elektro-Kettensäge – Einhell Royal REK 1840/1 – schaffte entgegen des Namens zwar keine „königlichen“ Resultate, immerhin aber das Qualitätsurteil „Befriedigend“. Mit dem Durchschnittspreis von 55 Euro sei der Preis „erfreulich volksnah“, hieß es zu diesem billigsten Gerät im Kettensägen-Test.