Alle News

Münsterland: Eschweiler Baumschulen bestehen seit 100 Jahren

Eine traditionsreiche Baumschule mitten im Münsterland ist die Baumschule Eschweiler, die jetzt ihr 100-jähriges Bestehen feiern kann. Gegründet wurde das heute in Rinkerode angesiedelte Unternehmen im Jahr 1908 von Josef Eschweiler. Er stieß damals in Hiltrup für den Aufbau der Baumschule seinen Spaten zum erstenmal in eigenen Grund und Boden. Heute verstehen sich die Eschweiler Baumschulen als Vollsortimenter für Baumschulprodukte und beliefern GaLaBau und Kommunen mit einer Pflanzenpalette von der Staude bis zum Alleebaum. Umfangreiche Anzuchten von 3x und 4x verschulten Alleebäumen, Nadelgehölzen und Sträuchern bilden den Produktionsschwerpunkt. Angeboten werden aber auch maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Ansprüche, von der umweltgerechten Anzucht, für die das Unternehmen bereits im Jahr 1995 mit dem Umweltpreis Gartenbau vom Land Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde, bis zur reibungslosen und fachgerechten Anlieferung. Die Produktionsfläche liegt nach Firmenangaben heute bei über 70 Hektar. Rund 20 Mitarbeiter werden beschäftigt.

Aufgrund seiner Fachlichkeit und der enthaltenen Pflanzenbeschreibungen bei Planern wie auch Garten- und Landschaftsgärtnern besonders geschätzt ist der Pflanzen-Katalog des Unternehmens. Er wird gern als Planungshilfe verwendet und von der Baumschule auch pünktlich zum 100-jährigen Geburtstag wieder herausgegeben. Der Firmengründer Josef Eschweiler und seine Frau Pauline verdienen laut Firmenhistorie wegen der langen Anzuchtzeiten in der Anfangszeit noch ihr Geld mit der Erdbeeranzucht, dem Handel mit Gemüsepflanzen, mit Kranzbinden, Baumschnitt und dem Anlegen von Gärten. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Betrieb aber immer mehr zu einer Baumschule. Obstgehölze, Rosen und Ziersträucher wurden angebaut. Das älteste Kind, Annemarie Eschweiler, wurde später die "rechte Hand" des Vaters und heiratete 1932 den Hiltruper Landwirtssohn Hermann Vogt. Damit einher ging eine Ausweitung der Anzuchtflächen auf 15 Hektar.

Der zweite Weltkrieg unterbrach die positive Entwicklung. Sohn Josef wurde eingezogen, während Schwager Hermann Vogt dem Betrieb erhalten blieb. Während des Krieges wurden die Familien Eschweiler und Vogt angehalten, Kartoffeln und Gemüse anzubauen, und auch nach dem Krieg sind nach Ansicht der Besatzer Baumschulerzeugnisse zunächst einmal Luxuswaren. Nachdem 1947 Sohn Josef unversehrt aus dem Krieg heimkehrt, wurde gemeinsam mit Vater und Schwager der Wiederaufbau der Baumschule vorangetrieben. Das Anzuchtprogramm dehnte sich deutlich aus, neue Absatzwege wurden erschlossen und vor allem behördliche Verwaltungen, die mit öffentlichem Grün befasst sind, beliefert. 1958, nach dem Tod des Vaters, trat Josef Eschweiler jun. in dessen Teilhaberschaft ein. Annemarie und Hermann Vogts ältester Sohn Hermann-Josef wurde 1967 Teilhaber, während sich sein Vater Hermann aus dem Tagesgeschäft zurückzog. Josef Eschweiler jun. und Hermann-Josef Vogt führten nun gemeinsam die Eschweiler Baumschulen. Ende der 70er Jahre wuchs die Anbaufläche auf über 75 Hektar an. Qualität und Vielseitigkeit sind die Stärken der Eschweiler Baumschulen. Obstgehölze, Solitärbäume und Sträucher, Koniferen, Bodendecker, Stauden, Ziersträucher und Wildgehölze bilden ein lückenloses Baumschulprogramm. Im Jahre 1981 musste Marianne Eschweiler den überraschenden Tod ihres Ehemanns Josef beklagen. Im Jahr 1999 siedelte dann das Unternehmen um in den Nachbarort Rinkerode. Die neue Hofstelle umfasst drei Hektar inmitten einer fast 100 Hektar großen Anbaufläche. Im vergangenen Jahr sind Marianne Eschweiler und Hermann-Josef Vogt als Teilhaber ausgeschieden. Peter Vogt führt seither das Unternehmen als alleiniger Inhaber - unterstützt von den beiden Prokuristinnen, seiner Schwester Susanne Vogt und seiner Ehefrau Jutta.