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Nachfrage: Ein Drittel Kunstverjüngung

Auch in der Forstbaumschulbranche bestimmt die Nachfrageseite zunehmend das Marktgeschehen. Die Staatsforsten gehen mittelfristig von einem - im Vergleich zu früheren Zeiten - geringen, aber etwa stabil bleibenden Bedarf an Forstpflanzen aus. Diese Aussage machten Reinhard Neft, Vorstand der Bayarischen Staatsforsten, Helge von Gilsa, Ministerium für ländliche Räume Baden-Württemberg, und Dr. Jörg Kleinschmit, Niedersächsische Landesforsten. Sie gehen von einem Anteil von etwa zwei Dritteln Naturverjüngung und einem Drittel Kunstverjüngung (gepflanzten Wald) in ihren Ländern aus. Dass die Baumschulpflanze nach wie vor gefragt ist, betonten alle Referenten. So schätzte Neft für den Staatsforst Bayern einen jährlichen Bedarf rund 5,5 Millionen Baumschulpflanzen, von Gilsa für die Baden-Württemberger Staatsforsten etwa zwei Millionen Pflanzen. Der Einsatz von Baumschulpflanzen habe nach wie vor seine Berechtigung: für die Neuaufforstung von Wäldern, für den Umbau von Wäldern in ökologisch stabile Mischwälder (in Niedersachsen zurzeit 71 Prozent Laubholzarten), für die Nachpflanzung auf Problemstandorten, für die Anhebung der forstlichen Leistungsfähigkeit, für die Wiedereinführung regionaler Herkünfte, für begleitende und Bestand sichernde Maßnahmen(Wind-/Erosionsschutz). Während Kleinschmit für Niedersachsen die Laubholzarten weiterhin an erster Stelle sieht, macht von Gilsen in Baden-Württemberg ein Comeback der Nadelhölzer aus. Diese seien zwar in der Pflege anfangs aufwändiger, böten dem Waldbesitzer aber einen deutlich höheren Ertrag.