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Nachgefragt: das neue Bundesprogramm Energieeffizienz

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Das Bundesprogramm Energieeffizienz war eines der beliebtesten Förderprogramme in Gartenbau und Landwirtschaft. Zurzeit steht eine Neuauflage des Programms noch aus. Wir haben beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nachgefragt, wie der aktuelle Stand ist und was die Grüne Branche zu erwarten hat.

Gartenbau-Unternehmen haben bislang rund ein Drittel der im Bundesprogramm Energieeffizienz zur Verfügung stehenden Fördermittel abgerufen, während zwei Drittel an landwirtschaftliche Betriebe gingen. Foto: aleenheer/Pixabay

Wie unterscheidet sich das neue Programm vom bisher bekannten?

BMEL: Unser Bundesprogramm Energieeffizienz haben wir weiterentwickelt – von einem betrieblichen Energieeinspar- zu einem energiebezogenen CO2-Einparprogramm. Daher ist das alte mit dem neuen Programm nur bedingt vergleichbar. Die Förderung orientiert sich jetzt ausschließlich an den CO2-Emissionen aus der Energienutzung, weshalb regenerative Energieträger im Fokus der Förderung stehen. So zum Beispiel im Gartenbau durch die Förderung regenerativer Heizanlagen. Bei Energieeffizienz fokussiert das Programm auf Anlagen und Gebäude-Komponenten. Bei Gewächshäusern wären das beispielsweise Mehrfacheindeckungen und Energieschirme.

Ab wann wird das Bundesprogramm wieder zur Verfügung stehen?

BMEL: Die Richtlinien-Entwicklung ist abgeschlossen. Da die EU-Agrarfreistellungsverordnung die Rechtsgrundlage für investive Förderung sein soll, erfolgt nun die beihilferechtliche Anzeige bei der EU-Kommission. Sobald die Kommission grünes Licht gibt, ist die Veröffentlichung der Förderrichtlinie – vermutlich Anfang Oktober – im Bundesanzeiger geplant. Anträge auf Beratungsförderung könnten dann ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung und investive Förderanträge ab dem 1. November 2020 gestellt werden.

Gibt es Änderungen in der finanziellen Ausstattung des Programms?

BMEL: Die Mittelausstattung ist deutlich erhöht worden. Während 2019 im Bundeshaushalt 31,4 Millionen Euro zur Verfügung standen, sind es dieses Jahr 44,5 Millionen Euro. Für nächstes Jahr sind 40,1 Millionen Euro eingeplant.

Welche neuen förderfähigen Maßnahmen sind geplant?

BMEL: Neu ist die Förderung der regenerativen Energieerzeugung in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betrieben. Neu sind auch die mobilen Maschinen und Geräte als Förderbereich mit dem Schwerpunkt E-Traktoren in Verbindung mit regenerativer Eigenstromerzeugung dazugekommen. Damit kann nun die ganze Bandbreite von klimafreundlicher Energienutzung und -erzeugung in landwirtschaftlichen sowie gartenbaulichen Betrieben von unserem Programm abgedeckt werden.

Gibt es sonstige Änderungen oder Wissenswertes?

BMEL: Die maximale Förderquote von 40 Prozent bleibt bestehen. Zusätzlich wird eine Fördereffizienz eingeführt, die Förderung wird bei fast allen Maßnahmen auf 700 Euro je eingesparter Tonne CO2 begrenzt (nur bei regenerativer Eigenstromerzeugung 800 Euro). Dadurch wird ein weitgehend technologieoffener Ansatz bei der Förderung ermöglicht, um den Betrieben Flexibilität bei der Zusammenstellung der für sie passenden Klimaschutzlösungen zu geben.

► Mehr zum Thema Gewächshaus- & Energietechnik lesen Sie im aktuellen TASPO extra in Ausgabe 39/2020.

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