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Netzwerk Pflanzensammlungen erhält UN-Auszeichnung

Das Netzwerk Pflanzensammlungen wurde am 26. Februar als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Parlamentarischen Abends der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG) ausgezeichnet. Im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade übergab Staatssekretär Peter Bleser die Auszeichnung an das Projekt der DGG. Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. 

Lüder Nobbmann (v. l. n. r.), Vorsitzender BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen, Bettina de la Chevallerie, Projektleiterin Netzwerk Pflanzensammlungen, Sandra von Rekowski, DGG-Geschäftsführerin, Staatssekretär Peter Bleser, Andrea Tiedtke-Klugow, DGG-Pressereferentin, Karl Zwermann, DGG-Präsident. Foto: Claudia Heland

Der Erhalt der Pflanzenvielfalt in Deutschland ist eines der zentralen Themen der DGG. Vor drei Jahren wurde zu diesem Zweck zunächst die BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen (BAPS) gegründet. Die BAPS vereint private Sammler, Pflanzenliebhaber-Gesellschaften, Züchter, Wissenschaftler und den Verband Botanischer Gärten. Im Sommer 2011 startete die DGG mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt Netzwerk Pflanzensammlungen unter der Projektleitung von Bettina de la Chevallerie.

Durch einen Kooperationsvertrag mit der BLE ist das Netzwerk Pflanzensammlungen inzwischen Teil der Deutschen Genbank Zierpflanzen. Bei einem ersten internationalen Symposium unter dem Titel „Pflanzensammlungen im Fokus der Öffentlichkeit“ wurden jüngst in Veitshöchheim Leitlinien entwickelt für den weiteren Ausbau des Netzwerk Pflanzensammlungen.

Vorrangiges Projektziel ist es, Pflanzensammlungen zu dokumentieren und das Expertenwissen und Pflanzenmaterial zu Sorten mit soziokulturellem, lokalem oder historischem Bezug zu Deutschland und Sorten und Wildarten mit wichtigen gartenbaulichen Merkmalen für Forschungs-, Züchtungs- und Ausbildungszwecke zu bewahren. Bislang haben sich laut DGG über 160 Sammler registriert und die ersten unterstützenden Partnerschaften in der Deutschen Genbank Zierpflanzen wurden abgeschlossen.

Dieser Einsatz hat die Juroren und Jurorinnen des Wettbewerbs sehr beeindruckt, so die DGG. „Bekannt sind Buchen, Lärchen oder die krautige Pflanze Storchschnabel. Dass es jedoch Buchen gibt in unterschiedlichster Laubfärbung und Storchschnabel in variierender Wuchshöhe, ist vielen Bürgern nicht bekannt. Beachtenswert ist, dass Menschen über Jahrzehnte diese Vielzahl an Arten und Variationen zusammentragen haben“, so Angela Krumme, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

„Als auszeichnungswürdig befand die Jury die Idee, diese Lebenswerke zu erfassen und gegebenenfalls Paten für diese zu suchen und für weitere Generationen zu erhalten. Das ist wunderbar und im medialen Zeitalter über das Internet gut organisierbar.“ Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite vorgestellt. (ts/dgg)