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Neuaufstellung: „Marktgärtner“ jetzt „Gemüse-Selbstvermarkter“

Die bisherige „Vereinigung der Deutschen Marktgärtner“ hat sich neu aufgestellt und nennt sich nun „Gemüse-Selbstvermarkter“. Damit gibt es ab sofort eine bundesweite Interessenvertretung für Wochenmarktbeschicker und Direktvermarkter im Gemüse- und Obstsektor, Hand in Hand mit den Großmarktbeschickern sowie den freien Lieferanten des Lebensmitteleinzelhandels, so eine Meldung des Zentralverband Gartenbau (ZVG). 

Die neue Spitze der „Gemüse-Selbstvermarkter“: Heiner Wischendorff (v. l.), Willi Böck, Gerhard Kiemle und Dieter Weiler. Foto: Gemüse-Selbstvermarkter

Die ehrenamtliche Vorstandschaft aus dem Vorsitzenden Gerhard Kiemle (Bietigheim-Bissingen) sowie Willi Böck (Neufarn) und Heiner Wischendorff (Stelle) wird künftig durch einen hauptamtlichen Geschäftsführer, Dieter Weiler (Stuttgart), unterstützt.

„Die Direktvermarkter im Zierpflanzenbau haben ihren Bundesverband Einzelhandelsgärtner, für die Direktvermarkter im Gemüsebau hingegen gab es bisher keine Organisation. Die Vereinigung der Deutschen Marktgärtner konzentrierte sich bislang allein auf die Großmarktbeschicker. Nun hat sie sich geöffnet für Erzeuger, die direkt absetzen, zum Beispiel über den Wochenmarkt, den Hofladen oder en gros an den Lebensmitteleinzelhandel. Deshalb die Umbenennung in Gemüse-Selbstvermarkter“, so Dieter Weiler auf Anfrage der TASPO zu den Neuerungen.

Zudem waren die Großmärkte und Bezirksgruppen demnach bisher nur indirekt, über Delegierte, vertreten. Nun könne jeder Betrieb einzeln Mitglied werden und damit direkt mitwirken und auch direkt die angebotenen Leistungen in Anspruch nehmen. Zur Zielsetzung zähle insbesondere der faire Wettbewerb über alle Absatzkanäle, aber auch die Stärkung der regionalen, nachhaltigen Produktion und Selbstvermarktung.

„Die Wettbewerbsnachteile aus der 50-prozentigen Subvention für Erzeugerorganisationen müssen beseitigt werden. 48 Prozent des Gemüseabsatzes – gemessen am Erlös – laufen über Selbstvermarkter, das muss bei berufsständischen wie politischen Entscheidungen gebührend berücksichtigt werden! Wer sich um hohe Qualität und beste Kundenorientierung statt um niedrigste Preise bemüht, benötigt andere Produktions- und Vermarktungsbedingungen“, ist der neue Geschäftsführer überzeugt.

„Viele führende Marktgärtner sind bereits dabei“, so Dieter Weiler auf die Frage nach der bisherigen Mitgliederzahl. „Und ständig kommen neue hinzu: Die Marktgärtner kennen uns schon und stärken dem neuen Verein den Rücken. Bei den Wochenmarktkollegen sind wir hingegen noch wenig bekannt. Wir arbeiten daran, dies zu ändern.“

Die Gemüse-Selbstvermarkter laden alle selbstvermarktenden Gemüse- und Obsterzeuger zum Beitritt ein. Neben der Interessenvertretung gebe es unter anderem Infos und Angebote für Erfahrungsaustausch, Tagungen und Weiterbildungen für die Mitglieder sowie Öffentlichkeitsarbeit für Gemüse aus der Region. Zudem sei man erfolgreich tätig beim Schließen von Indikationslücken im Pflanzenschutz. (ts/jl)