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Neue Allianz zwischen Bioland und Reichenau-Gemüse: Bioangebot ausbauen

Die Reichenau-Gemüse eG will in Partnerschaft mit Bioland ihren Bio-Anteil im Gesamtsortiment systematisch ausbauen. Vor diesem Hintergrund unterzeichnete der Genossenschaftsgärtner Benjamin Wagner jetzt seine Mitgliedschaft im Bioland-Verband.

Besiegeln das neue Bündnis (v. l.): Alfons Kopf (Edeka Südwest), Johannes Bliestle, Bernd Wagner, Ingrid Wagner, Benjamin Wagner und Christian Eichert. Foto: Rainer Maria Hohnhaus

Darüber hinaus plant der Gartenbauingenieur den Bau eines drei Hektar großen Gewächshauses, in dem künftig zwei Millionen Bioland-Gurken pro Jahr produziert werden sollen. Johannes Bliestle, Geschäftsführer der Reichenau-Gemüse eG, verspricht sich davon wichtige Impulse für die weitere Entwicklung des Bio-Segments.

Rund vier Millionen Euro werden in das neue Gewächshaus investiert, das in der Nähe von Aach im Hegau entstehen soll. „Mit der Entscheidung für Bioland und dem Ausbau unseres Bioangebotes entsprechen wir den Anforderungen des Marktes“, so Benjamin Wagner, der mit seinen Eltern bislang 35 Hektar Anbaufläche auf der Reichenau bewirtschaftet. Da der Anbau dort in den vielen verstreut liegenden Gewächshäusern mittelfristig nicht mehr wettbewerbsfähig sei, suchte Wagner außerhalb der Insel nach zusätzlichen Flächen.

Der Standort im Hegau biete neben geeigneten Flächen für das neue Gewächshaus auch die Möglichkeit, regenerativ erzeugte Energie aus einer Biogas-Anlage in unmittelbarer Nachbarschaft zu nutzen. Rund 15 Millionen Kilowattstunden Wärme jährlich seien dort bislang ungenutzt verpufft. Etwa 95 Prozent dieser Abwärme will Wagner nun für seine Kulturen nutzen und damit rund 60 Prozent des Energiebedarfes seines geplanten Gewächshauses decken. Zudem reduziere der Wechsel vom bislang intensiven, konventionellen Maisanbau hin zum Bio-Gemüse die Nitratbelastung des Grundwassers.

Ab der Saison 2014 will Wagner in dem neuen Gewächshaus von Anfang April bis Ende September Bio-Gurken ernten, über das Winterhalbjahr sollen Feldsalat und weitere Salatsorten kultiviert werden. Abnehmer der Bio-Produkte sind bei der Reichenau-Gemüse eG vor allem der Fachhandel und der Lebensmitteleinzelhandel.

Unter der Marke „Unsere Heimat – echt & gut“ sollen die im Hegau produzierten Bioland-Gurken künftig von der Edeka Südwest als Partner vermarktet werden. „Mit dieser gemeinschaftlich aufgebauten Kooperation entlang der Lieferkette machen wir den ökologischen Anbau hier fit für die Zukunft“, so Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer des Bioland Landesverbandes Baden-Württemberg. (ts)