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Neue Ausbildungsordnung Gärtner/in „muss gut durchdacht sein“

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Der Beruf Gärtner erfreut sich bei jungen Menschen wachsender Beliebtheit – das lassen zumindest die steigenden Neuabschlüsse bei den Ausbildungsverhältnissen vermuten. Allerdings muss die aktuelle Ausbildungsordnung „dringend an die Veränderungen der Branche der letzten 20 bis 25 Jahre angepasst werden“, sagt Jakob Hokema. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des ZVG-Arbeitsausschusses Bildungspolitik und Berufsbildung über die jüngst vom Zentralverband Gartenbau (ZVG) beschlossene Novellierung.

„Die nächste Ausbildungsverordnung muss gut durchdacht sein, damit sie die nächsten zehn bis 20 Jahre noch aktuell ist“, sagt Jakob Hokema, Vorsitzender des ZVG-Arbeitsausschusses Bildungspolitik und Berufsbildung. Foto: ZVG

Bleibt es bei den derzeit sieben Fachrichtungen?

Gewünscht ist es, bei den sieben Fachrichtungen zu bleiben. Ob es eine zusätzliche Fachrichtung Einzelhandel geben wird, wird diskutiert. Der Wunsch besteht.

Und bleibt es bei der Berufsbezeichnung?

Die Berufsbezeichnung Gärtner/in in Fachrichtungen soll bleiben, um die Vielfältigkeit der Branche in den Fachsparten abzudecken.

Wie wird die Grundbildung aussehen?

Die Inhalte zur gemeinsamen Fachbildung und zur fachrichtungsspezifischen Bildung innerhalb der Ausbildungsordnung werden weiterhin diskutiert. Es wird nach inhaltlich fachlichen Gemeinsamkeiten im Qualifikationskatalog gesucht.

Wie soll das Thema der „Digitalisierung“ aussehen?

Die künftigen Standardberufsbildpositionen werden unter anderem auch die Mindestanforderungen in den Themen der Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit verankern, wie vom Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfohlen.

Was sind die nächsten Schritte? Und wann ist mit der neuen Ausbildungsordnung zu rechnen?

Die bisherigen Schritte und Überlegungen sind gemeinsam mit dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) und dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) erfolgt. Auch für den weiteren Weg werden wir in enger Abstimmung bleiben. Der Prozess des Antragsverfahrens für eine Neuordnung ist sehr lang. Die nächste Ausbildungsverordnung muss gut durchdacht sein, damit sie die nächsten zehn bis 20 Jahre noch aktuell ist. Frühestens mit einem Ergebnis in der Umsetzung ist in vier bis fünf Jahren zu rechnen.

 

Zum Hintergrund

Die derzeit geltende Ausbildungsordnung stammt aus dem Jahr 1996. Um eine Anpassung an die Veränderungen der Branche in den letzten 25 Jahren zu erreichen, hat sich der ZVG-Arbeitsausschuss Bildungspolitik und Berufsbildung intensiv mit der Frage der Neuordnung beschäftigt und einen entsprechenden Novellierungsantrag an das Präsidium des Zentralverbands Gartenbau gestellt. Dieses hat in seiner Sitzung am 21. April einstimmig die Novellierung der Ausbildungsordnung Gärtner/in beschlossen.

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