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Neue staatliche Förderprämie soll Waldschäden abmildern

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285.000 Hektar Fläche müssen aufgrund massiver Waldschäden durch Stürme, Dürre und Schädlingsbefall in Deutschland wiederbewaldet werden, schätzt das Bundeslandwirtschaftsministerium. Dabei sollen Waldeigentümer jetzt mit staatlichen Fördergeldern in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro unterstützt werden.

Waldschäden und sinkende Holzpreise setzen Waldeigentümer wirtschaftlich unter Druck. Foto: S. Hermann & F. Richter / Pixabay

Klöckner: „In Wald investiertes Geld ist gut angelegt“

„In der Großen Koalition haben wir uns entschieden, dass in Wald investiertes Geld gut angelegt ist. Denn es sind unsere Forstwirte und Waldbesitzer, die den Erhalt und den klimaangepassten Umbau des Waldes gestalten. Sie leisten viel für den Klimaschutz, haben durch den Klimawandel jedoch nun selbst erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, sind teilweise in der Existenz bedroht. Ihnen greifen wir mit der Prämie unter die Arme – nach klaren Nachhaltigkeitskriterien“, erklärt Bundeslandwirtschaftsministerium Julia Klöckner dazu.

Wälder in Deutschland seit Jahren unter Dauerstress

Mit der neuen Nachhaltigkeitsprämie wolle die Regierung „den Wäldern und der Forstwirtschaft eine Perspektive in schweren Zeiten“ geben, so Klöckner weiter. Denn die Wälder in Deutschland litten seit Jahren unter Dauerstress unter anderem durch Stürme, anhaltende Dürreperioden und einen massiven Borkenkäferbefall. Laut einer in diesem Sommer veröffentlichten Erhebung des Statistischen Bundesamts mussten etwa im vergangenen Jahr 31,7 Millionen Kubikmeter Holz in deutschen Wäldern allein aufgrund von Insektenschäden eingeschlagen werden. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium setzen den Waldeigentümern aber nicht nur die Waldschäden wirtschaftlich zu – auch die Holzpreise seien, verstärkt noch durch die Corona-Pandemie, stark gesunken.

Die dadurch entstandenen wirtschaftlichen Schäden der deutschen Waldeigentümer soll nun die für den Wald entwickelte Nachhaltigkeitsprämie in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro abmildern. Die Fördergelder können ab der für den 20. November angekündigten Veröffentlichung der Richtlinie im Bundesanzeiger abgerufen werden, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium erklärt. Antragsberechtigt sind demnach private und kommunale Waldbesitzer, die mindestens einen Hektar Waldfläche besitzen. Die Anträge können bis zum 30. Oktober 2021 von natürlichen und juristischen Personen über ein auf der Bundeswaldprämie-Website zur Verfügung stehendes Online-Formular gestellt werden.

Nachhaltigkeits-Zertifizierung Voraussetzung für Förderprämie

Voraussetzung für den Erhalt der Nachhaltigkeitsprämie in Höhe von 100 Euro pro Hektar Waldfläche ist laut Bundeslandwirtschaftsministerium eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung nach den Programmen PEFC oder FSC. Ausgezahlt wird die Prämie bei Vorliegen der Zertifizierung, wobei diese bis zum 30. September 2021 nachgereicht werden könne. Da die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro Teil des Corona-Konjunkturpakets „Wald & Holz“ sind, muss die Auszahlung der Prämie bis Ende 2021 abgeschlossen.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium stehen aus dem genannten Corona-Konjunkturprogramm darüber hinaus noch weitere 200 Millionen Euro zur Verfügung, die vorgesehen seien für Investitionen in die moderne Forst- und Holzwirtschaft und um das Bauen mit Holz zu fördern. Ein Programm in Höhe von 50 Millionen Euro, um Investitionen in IT-Hard- und Software, Maschinen, Geräte, Anlagen und Bauten in der nachhaltigen Forstwirtschaft und der mobilen Holzbearbeitung zu fördern, ist den Angaben zufolge bereits Anfang November gestartet.

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