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Neue Studie: einmal Öko, immer Öko?

Jedes Jahr steigen rund 600 Betriebe aus dem Ökolandbau aus, so eine aktuelle Information des Thünen-Instituts. Da jedoch immer deutlich mehr Betriebe auf Ökolandbau umstellen als aussteigen, werde diese Tatsache in der Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen. Zusammen mit der Universität Kassel und weiteren Partnern hat das Thünen-Institut jetzt eine Studie erstellt, die die Betriebe und Motive hinter diesen Ausstiegen beleuchtet. 

Ökolandbau ist für viele Betriebe attraktiv, doch rund 600 Betriebe pro Jahr steigen auch wieder aus. Foto: Michael Welling, Thünen-Institut

Aus der Untersuchung gehe hervor, dass zwischen 2003 und 2010 jedes Jahr etwa 190 Aussteiger beziehungsweise durchschnittlich 1,4 Prozent der bestehenden Ökobetriebe pro Jahr mit der Landwirtschaft vollständig aufgehört haben. Weitere rund 410 Betriebe seien im Durchschnitt jährlich zur konventionellen Wirtschaftsweise zurückgekehrt. Dies entspreche laut Information immerhin einem Anteil von durchschnittlich 3,3 Prozent der bestehenden Ökobetriebe.

Ob ein Ökobetrieb die Rückkehr zum konventionellen Landbau in Erwägung zieht, hänge von innerbetrieblichen, familiären und persönlichen Voraussetzungen sowie von externen Rahmenbedingungen ab. „Gibt es dort gravierende Änderungen, wird die Wirtschaftsweise des Betriebes hinterfragt“, sagt Dr. Jürn Sanders vom Thünen-Institut und Mitautor der Studie. In der Regel seien es mehrere Faktoren, die zu einer Rückumstellung führen. Eine besonders große Rolle würden ökonomische Motive, fehlende Entwicklungsperspektiven im ökologischen Landbau und Probleme mit den Ökorichtlinien und -kontrollen spielen.

Die Ergebnisse der Studie würden verdeutlichen, dass Rückumstellungen nicht vollständig vermieden werden können. Wenn der ökologische Landbau nicht mehr zu den persönlichen und betrieblichen Voraussetzungen passe, sei eine Rückkehr zur konventionellen Wirtschaftsweise häufig eine naheliegende Entscheidung.

Es gebe aber auch verschiedene Ansatzpunkte, um die Quote der Rückumsteller zu verringern und bessere Rahmenbedingungen für alle Ökobetriebe zu schaffen. Hierzu zählten vor allem eine verbesserte Umstellungsberatung, eine verlässliche Förderung des ökologischen Landbaus sowie transparente und praktikablere Richtlinien. Positive Effekte hätten laut der Studie auch vereinheitlichte und vereinfachte Ökokontrollen und bessere Vermarktungsbedingungen. (ts/ti)