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Neues Bestattungsgesetz: private Ascheverstreuung in Bremen ab 2015 erlaubt

Am 1. Januar 2015 tritt in Bremen ein geändertes Bestattungsgesetz in Kraft. Eine der wesentlichen Neuerungen ist, dass künftig die Verstreuung von Aschen Verstorbener erlaubt ist – beispielsweise auf einem Aschestreufeld, auch außerhalb des Friedhofs sowie auf privaten und auf öffentlichen Nicht-Friedhofsflächen. 

Ab 2015 darf die Asche Verstorbener in Bremen auch privat verstreut werden. Foto: Kzenon/Fotolia.com

Die Genehmigung dafür ist aber an einige, sehr strikte Auflagen gebunden. So muss beispielsweise die verstorbene Person ihren Hauptwohnsitz in Bremen gehabt haben, damit diese neue Möglichkeit der Bestattung nicht auch bundesweit Interesse findet und eine Art „Aschetourismus“ entsteht.

Die verstorbene Person muss außerdem schriftlich einen Ausstreuungsort und einen Totenfürsorgeberechtigten bestimmt haben, der die Ascheverstreuung spätestens nach zwei Wochen gegenüber der zuständigen Behörde eidesstattlich versichert. Außerdem muss der Grundstückseigentümer der Verstreuung schriftlich zustimmen, und die Ausbringung darf nicht entgeltlich sein.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, hat – anders als in Nordrhein-Westfalen, das hier ebenfalls kürzlich die Gesetzeslage novellierte – sogar einen Rechtsanspruch auf diese Art der Bestattung.

Allerdings scheint die neue Gesetzeslage noch eine ganze Reihe an ungeklärten Fragen mit sich zu bringen: Wer überprüft nach Abgabe der eidesstattlichen Versicherung die erfolgte Ascheverstreuung? Wer wird die zuständige Behörde sein? Was genau bedeutet die Forderung des Gesetzes, die Ausbringung dürfe nicht zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung benachbarter Grundstücke führen? Wer prüft vor Aushändigung der Urne die erforderliche schriftliche Erklärung des Verstorbenen über den Ausstreuungsort?

Der Wirtschaftsverband Gartenbau Niedersachsen/Bremen hatte seine Vorbehalte in einer gemeinschaftlichen Stellungnahme mit anderen betroffenen Gewerken – dem Bestatterverband Bremen und der dortigen Steinmetz- und Bildhauerinnung – bereits im Vorfeld sehr klar formuliert.

Er führte dagegen sowohl hygienische als auch ethische Gründe an und äußert sich ebenso wie die Treuhandstelle derzeit eher zweifelnd, ob diese Art der Bestattung von der Bevölkerung wirklich stark nachgefragt werden wird. Auch ortsansässige Friedhofsgärtner melden sich hier ähnlich skeptisch zu Wort.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 49/2014. (kla)