Alle News

Neues Bundesprogramm Energieeffizienz offiziell gestartet

, erstellt von

Für das neue Bundesprogramm Energieeffizienz ist heute der offizielle Startschuss gefallen. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) informieren, sollen besonders solche Vorhaben gefördert werden, die regenerative Energien zur betrieblichen Eigennutzung ausbauen und dadurch zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen.

Landwirtschafts- und Gartenbau-Unternehmen aus der Primärproduktion können Fördergelder im Rahmen des Bundesprogramms Energieeffizienz beantragen. Foto: Erwan Hesry/Unsplash

Förderung orientiert sich an CO2-Emissionen aus der Energienutzung

Als Teil der Maßnahmen des Bundeslandwirtschaftsministeriums im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung wurde das neue Bundesprogramm Energieeffizienz weiterentwickelt – von einem betrieblichen Energieeinsparprogramm zu einem zu einem energiebezogenen CO2-Einsparprogramm, wie das BMEL in einem Interview mit der TASPO bereits vorab erläutert hatte. Entsprechend orientiert sich die Förderung jetzt ausschließlich an den CO2-Emissionen aus der Energienutzung, wodurch gleichzeitig die Nutzung von regenerativen Energieträgern in den Fokus rücken soll.

„Damit kann nun die ganze Bandbreite klimafreundlicher Energienutzung und -erzeugung in landwirtschaftlichen sowie gartenbaulichen Betrieben abgedeckt werden“, so das Bundeslandwirtschaftsministerium. Neben Einzelmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sind auch die Modernisierung bestehender Anlagen und das Errichten von neuen Anlagen zur Minderung der CO2-Emissionen Bestandteil des Förderprogramms. Neu in das Bundesprogramm Energieeffizienz aufgenommen wurden die Förderung von selbst erzeugter, regenerativer Energie zur betrieblichen Eigennutzung sowie von mobilen Geräten und Maschinen, die regenerative Energien nutzen.

Antragsberechtigt: Kleinst- sowie kleine und mittelständische Unternehmen

Vorgesehen für das seit Beginn dieses Jahres aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung finanzierte Bundesprogramm Energieeffizienz sind in der mittelfristigen Finanzplanung 2020 bis 2023 insgesamt 156 Millionen Euro. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium erklärt, soll das Programm aber auch über diesen Zeitraum hinaus fortgeführt werden. Anträge auf Fördergelder im Rahmen des „Bundesprogramms Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau“, so die vollständige Bezeichnung, können laut Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen der Primärproduktion stellen – zur Förderung von Investitionen in technische Maßnahmen ab dem 1. November, für Energieberatungen zur Entwicklung von gesamtbetrieblichen CO2-Einsparkonzepten ab sofort.

Zugelassene, sachverständige Energieberater können interessierte Betriebe aus Landwirtschaft und Gartenbau über ein neu eingerichtetes Sachverständigenregister der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) finden. Diese ist wie bereits in der Vergangenheit für die Durchführung des Bundesprogramms Energieeffizienz verantwortlich, Klöckner zufolge sind Anträge auf Fördergelder entsprechend an die Bundesanstalt zu richten. Wie die BLE informiert berechnet sich die Höhe der Zuwendung gemäß den neuen Förderbedingungen nach der Fördereffizienz – je höher das CO2-Einsparpotenzial eines Vorhabens, desto höher die Förderung. Insgesamt werden bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bezuschusst, so die BLE.

ZVG: neue und deutlich höhere Hürde für Bezug von Fördergeldern

Eine neue und deutlich höhere Hürde, um in den Fördergenuss zu kommen, sieht der Zentralverband Gartenbau (ZVG) durch das weiterentwickelte Bundesprogramm Energieeffizienz. Grundsätzlich begrüßt der ZVG zwar die erneute Förderperspektive für mehr Energieeffizienz durch die heute bekanntgegebene neue Förderrichtlinie zur Steigerung der Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau. Eine genaue Bewertung könne allerdings erst dann erfolgen, wenn die Details der Förderkriterien vorliegen. „Wir hoffen, dass mit dem neuen Programm Anreize geschaffen werden, um die sehr kostenintensive Umstellung in den Betrieben voran zu treiben“, so ZVG-Präsident Jürgen Mertz. „Wir befürchten allerdings, dass die Belastung, die auf die Betriebe aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) zukommt, durch das Bundesprogramm nur ansatzweise ausgeglichen werden kann“, so Mertz weiter. Neben dem Bundesprogramm bedürfe es deshalb zusätzlich einer umfassenden Entlastung bei den CO2-Kosten durch das BEHG.

Cookie-Popup anzeigen