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Neues Verfahren: Chemiker unterstützen den Kampf gegen Kastanienminiermotte

Die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast flächendeckend über Europa ausgebreitet. Wie die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen mitteilt, haben ihre Chemiker ein vereinfachtes synthetisches Herstellungsverfahren des Sexuallockstoffs (Pheromon), mit dem die Männchen in spezielle Fallen gelockt werden können. Rund fünf Millimeter lang ist der rostbraune Falter mit der schwarz-weißen Flügelzeichnung, dessen Larven auch in Deutschland gewaltige Schäden an Kastanienbäumen anrichten. Sie verbreiten sich sehr schnell, da bis zu fünf Generationen pro Jahr auftreten und bisher kein natürlicher Feind existiert. Eine flächendeckende Bekämpfungsmethode existiert bis heute nicht. Wichtig ist, das Laub im Herbst systematisch zu entfernen, da die Puppen darin überwintern. Außerdem gelingt es, mit Hilfe des synthetisch hergestellten Sexuallockstoffs, zumindest die männlichen Motten, in Klebefallen am Stamm zu locken. Dr. Renata Marcia de Figueiredo, Mitglied einer Forschergruppe am Lehrstuhl I für Organische Chemie unter der Leitung von Prof. Dieter Enders, entwickelte nun ein vereinfachtes Syntheseverfahren, das auf nachhaltige Katalysatoren setzt. "Bei der so genannten Organokatalyse setzen wir kleine organische Moleküle zur Beschleunigung chemischer Reaktionen ein. Viele dieser so genannten Katalysatoren stammen aus nachwachsenden Quellen. So wird die Aminosäure Prolin beispielsweise aus Hühnerfedern gewonnen, während andere Katalysatoren wie Chinin aus Pflanzen isoliert werden", berichtet die gebürtige Brasilianerin.