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Niederländische Schnittblumenexporte: Marktvision 2016

Seit Jahrzehnten ist Deutschland der weitaus wichtigste Kunde für Schnittblumen und Topfpflanzen aus Holland. Dies könnte sich zumindest bei Schnittblumen in den nächsten Jahren ändern. Eine neue "Marktvision" des Blumenbüros Holland prognostiziert, Großbritannien würde Deutschland als wichtigstes Importland für Blumen aus den Niederlanden ablösen. Die Studie bezieht sich auf die nächsten zehn Jahre und sagt voraus, der Absatz niederländischer Schnittblumen in Europa nehme um insgesamt 36 Prozent zu. Bei Topfpflanzen wird mit einer Steigerung um 46 Prozent gerechnet. Dies stützt sich vor allem auf die zu erwartenden Einkommensverbesserungen in Ost- und Südeuropa und entspricht weitgehend dem, was schon bei früheren Studien prognostiziert wurde. Mehr fällt der Hinweis auf, in absehbarer Zeit werde Großbritannien zum Importland Nummer 1. Im Jahr 2006 lieferte Holland Schnittblumen im Wert von 678 Millionen Euro ins Vereinte Königreich und für 876 Millionen Euro nach Deutschland. Während der Wert der Lieferungen nach Deutschland laut der Studie in den zehn Jahren nur um etwa fünf Prozent zunimmt, könne bei den Lieferungen nach Großbritannien mit einem Plus von 40 Prozent gerechnet werden. Heute gehen 23 Prozent des holländischen Schnittblumenexports nach Deutschland. Dieser Anteil sinke bis zum Jahr 2015 auf 18 Prozent.

Eine entsprechende Tendenz lässt sich auch aus den aktuellen Halbjahreszahlen 2007 ableiten. In den ersten sechs Monaten 2007 sanken die Schnittblumenlieferungen nach Deutschland gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 um drei Prozent auf rund 497 Millionen Euro, während die Lieferungen nach Großbritannien um neun Prozent auf 385 Millionen Euro zunahmen. Bei den Topfpflanzen werde dagegen Deutschland wichtigster Kunde Hollands bleiben, heißt es in der Studie. Auch hierzu zum Vergleich die Halbjahreszahlen 2007: Die Lieferungen nach Deutschland sanken um vier Prozent auf 374 Millionen Euro, haben jedoch weiterhin einen großen Vorsprung vor denen nach Frankreich (plus ein Prozent auf 113,8 Millionen Euro) und Großbritannien (plus fünf Prozent auf 99,7 Millionen Euro). Was die Marktanteile der Absatzkanäle angeht, so prophezeite die Studie bei Schnittblumen weitere Verschiebung zugunsten der Supermärkte. Der Anteil des Blumenfachhandels - bezogen auf die Lieferung von Schnittblumen aus Holland - werde von 50 Prozent (2006) auf 47 Prozent (2016) sinken, der Anteil der Supermärkte entsprechend von 26 auf 29 Prozent steigen. Bei den Topfpflanzen sagt diese Studie Rückgänge der Marktanteile des Blumenfachhandels und der Gärtnereien voraus (von 40 auf 36 Prozent). Der Anteil des Markt- und Straßenhandels sinke von sechs auf fünf Prozent. Supermärkte sollen in dieser Produktgruppe einen Anteil von 25 Prozent halten, Gartencenter und Baumärkte weiter an Bedeutung gewinnen.