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Niederlande treibt moderne Cannabis-Kultivierung voran

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Cannabis ist aus den Niederlanden nicht mehr wegzudenken. Über Jahrzehnte folgte die professionelle Kultivierung traditionellen Methoden. Mit modernen Anbausystemen und dem optimalen Kultivierungs-Know-how könnten die Niederlande künftig zur Champagne des Cannabis werden.

Die Niederlande verfügen seit Jahrzehnten über das optimale Know-how zur Cannabis-Produktion. Foto: Pixabay

Moderne Anbausysteme im Trend

„Seit 2013, also eigentlich von Beginn an, befassen wir uns mit dem legalen Anbau von Cannabis in Nordamerika. Seitdem arbeiten wir an der Optimierung der Produktion in Zusammenarbeit mit einigen der größten Unternehmen der Branche“, erklärt Laura Rastovac, Marketing-Managerin von Meteor Systems. Das niederländische Unternehmen entwickelt moderne Kultur- und Bewässerungssysteme und beteiligt sich seit Jahren an der internationalen Cannabis-Produktion sowie an verschiedenen Forschungsprojekten im In- und Ausland.

Laut Rastovac greift die Mehrheit der Erzeuger auf traditionelle Methoden wie ein Ebbe- und Flut-System zurück. Ihren Beobachtungen zufolge sei jedoch ein deutlicher Umstieg von Produzenten auf der ganzen Welt auf qualitativ hochwertige Anbausysteme erkennbar. Darunter Rinnen, die eine ausreichende Belüftung der Wurzeln ermöglichen sowie intelligente Lösungen, um die Spitzen der Pflanzen zu schützen.

„Im Laufe der Jahre haben wir gesehen, wie sich die Branche verändert und mehr Unternehmen vom Erfolg des professionellen Cannabisanbaus profitieren möchten. Auch in den Niederlanden wird ein reguliertes Experiment stattfinden - und das ist sicherlich eine gute Sache“, so Rastovac weiter.

Zu spät für eine Entwicklung?

Obwohl die Niederlande kein Vorreiter in der modernen Cannabis-Kultivierung sind und ein großer Teil der niederländischen Kulturkenntnisse an Unternehmen im Ausland weitergegeben wurden, fand eine Entwicklung in den vergangenen Jahren statt.

„Aufgrund der niederländischen Toleranzpolitik in Bezug auf Cannabis haben wir in den letzten vierzig Jahren eine Evolution hinsichtlich des Cannabisanbaus verfolgt“, sagt Rastovac. So wird seit Jahren auf dem Gebiet der Genetik geforscht und umfangreiches Know-how rund um die Kultivierung gepflegt.

„Daher, nein - die Niederlande sind nicht zu spät dran, wenn es um Cannabis geht und ich glaube auch nicht, dass wir dem Rest der Welt hinterherhinken. Wenn wir in der Lage sind, alles von der Produktion bis hin zum Verkauf und Vertrieb zu organisieren, denke ich, dass die Niederlande zur Champagne-Region von Cannabis werden können.“

Kultivierung: mehr als nur Licht und Wasser

Laura Rastovac von Meteor Systems erwartet in den nächsten Jahren viele neue Entwicklungen im Cannabis-Anbau. „Kürzlich wurde auf einer Messe in Las Vegas über den Anbau ohne eine Verwendung von Substraten diskutiert und es gibt viele weitere Möglichkeiten, die Produktion effizienter zu gestalten.“

Derzeit werde der Anbauprozess häufig als zu einfach angesehen bei dem Licht und Wasser vollkommen ausreichend für das Wachstum von Pflanzen sind. Cannabis wird zudem oft mit einem Unkraut verglichen, bedingt durch sein schnelles Wachstum zu einer robusten Pflanze, die jedoch nicht mit Pestiziden behandelt werden darf.

Rastovac sieht hierin eine besondere Problematik: „Der Anbau von Cannabis kann nicht einfach mit der Züchtung von Gurken oder Tomaten verglichen werden. Es ist eine sehr spezifische Disziplin“. Auf der Green-Tech-Messe soll daher zukünftig derartigen Missverständnissen entgegengewirkt werden, indem die Messe als Plattform genutzt wird, um über technologische Möglichkeiten zu informieren und den Anbau der Kulturpflanze erfolgreich zu machen.