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Niederlande: Weitere Gärtner mit Finanzproblemen

Der Schnittrosenbetrieb Zuurbier & Co. im niederländischen Heerhugowaard hat vor zwei Wochen beim zuständigen Finanzgericht die Stundung seiner Zahlungen für den Standort Heerhugowaard angemeldet. Als Interessenvertreter ist M.A. le Belle bestellt. Die Gärtnerei habe besonders stark unter dem Rückgang der Nachfrage aus Russland gelitten. Dies berichtet das Financiele Dagblad in den Niederlanden.

Hoffentlich kommt es nicht so weit: Weiteren Gärtnern in den Niederlanden droht die Insolvenz. Foto: Markus Bormann/Fotolia

Zuurbier in Nord-Holland ist spezialisiert auf den Anbau von Schnittrosen mit langem Stiel, die normalerweise viel in Osteuropa abgesetzt werden. Aber jetzt ist die Nachfrage aus diesen Märkten deutlich gesunken, was bei Zuurbier zu Liquiditätsproblemen geführt habe.

In Heerhugowaard produziert Zuurbier auf 13 Hektar Schnittrosen. Auch in Kenia hat sie weitere rund 30 Hektar, diese ausländische Niederlassung soll aber nicht betroffen sein. Die Rabobank ist die Hausbank der Gärtnerei Zuurbier & Co., heißt es beim Financiele Dagblad weiter, die Eigentum zweier Familien ist, Zuurbier und Oudhuis. Im vergangenen Jahr waren im Unternehmen noch insgesamt rund 600 Menschen beschäftigt.

Ein weiterer Rosenbetrieb in den Niederlanden hat Konkurs angemeldet, der V.O.F. Steejo aus Bergschenhoek in Süd-Holland beim Gericht in Rotterdam. Als Insolvenzverwalter ist P. A. Loeff benannt. Im Zusammenhang mit Steejo hat das Gericht auch E.J.M. Van Steenderen B.V. aus Bergschenhoek für insolvent erklärt. Der Schnittrosenbetrieb war unter anderem auf die Sorte ‘Avalanche’ spezialisiert.

Coltivare aus Gelderland für insolvent erklärt
In Gelderland hat das ansässige Gericht den Topfpflanzenbetrieb Coltivare aus Oosterhout für insolvent erklärt. Als Verwalter ist A. Kuijkers benannt. Hauptkultur waren Hedera helix sowie Hoya carnosa ‘Compacta’, produziert auf über 2,2 Hektar Gewächshausfläche und zu rund zwei Millionen Stück im Jahr, informiert die Firmeninternetseite.

Im Falle der Schnittrosen werden die nachlassenden Geschäfte mit Russland als Grund für finanzielle Probleme angegeben. Der Verband der Großhändler gibt eine Monatsstatistik zu den niederländischen Exporten von Schnittblumen und Topfpflanzen heraus. Demnach steht Russland noch auf Platz 5 der Top Ten mit Exporten von insgesamt 183,6 Millionen Euro von Januar bis Ende September 2014.

Das sind 6,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: Deutschland legte in diesem Zeitraum um 4,7 Prozent zu, auf einen Exportwert von 1,3 Milliarden Euro. (fri)