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Niedersachsen: Corona-Ausbruch auf Spargel- und Beerenhof

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Mindestens 87 Mitarbeiter eines Spargel- und Beerenbetriebs im Landkreis Diepholz sind mit dem Coronavirus infiziert. Das hat eine Reihentestung unter den rund 1.000 Beschäftigten ergeben, wie die Kreisverwaltung am Wochenende bekanntgab. Am Montag fand ein weiterer Test statt, dessen Ergebnis noch aussteht.

Für die Spargelernte werden im gesamten Bundesgebiet Saisonarbeitskräfte beschäftigt. Symbolbild: Matthias Böckel/Pixabay

Reihentestung aufgrund von „diffusem Infektionsgeschehen“

Insgesamt 1.011 Personen wurden Ende vergangener Woche in dem auf Spargel- und Beerenanbau spezialisierten Gartenbau-Betrieb im niedersächsischen Kirchdorf „aufgrund eines diffusen Infektionsgeschehens“ getestet. Bei der im Auftrag des Gesundheitsamts vom Deutschen Roten Kreuz durchgeführten Reihentestung wurden dem zuständigen Landkreis Diepholz zufolge 87 Corona-Infektionen bestätigt. Wie die Kreisverwaltung weiter informiert, wurden die positiv getesteten Personen von den übrigen Beschäftigten isoliert und befinden sich in Quarantäne.

Positiv auf Corona getestete Mitarbeiter in Quarantäne

Untergebracht wurden die positiv Getesteten demnach in gesonderten Gebäuden – ausschließlich mit anderen positiven Fällen, wie es heißt. Die Unterkünfte werden nach Angaben der Kreisverwaltung in enger Absprache mit dem betroffenen Betrieb überwacht, die Polizei sei ebenfalls über die Unterbringung informiert. „Dieses Vorgehen hat sich in der Vergangenheit auch schon in mehreren Infektionsgeschehen innerhalb der Fleischverarbeitungsindustrie bewährt“, wie es in der Mitteilung der Kreisverwaltung heißt. Die Versorgung der in Quarantäne befindlichen positiv getesteten Mitarbeiter erfolge durch den Spargel- und Beerenhof.

Komplette Schließung des Spargel- und Beerenhofs möglich

Für die 935 negativ getesteten Beschäftigten des Betriebs hat der Landkreis Diepholz nach eigenen Angaben eine „vorsorgliche Arbeitsquarantäne“ angeordnet, was „eine häusliche Absonderung mit Ausnahme der Wahrnehmung der beruflichen Tätigkeit“ bedeutet. Voraussetzung für diese Arbeitsquarantäne sei, dass die Beschäftigten „keine Symptome aufweisen und strenge Hygienemaßnahmen auf dem Arbeitsweg umgesetzt werden“, so die Kreisverwaltung. Am Montag sollte den Angaben zufolge eine weitere Reihentestung in dem Betrieb stattfinden, deren Ergebnisse voraussichtlich am Mittwoch vorliegen werden. Wie der NDR dazu berichtet, habe der Diepholzer Landrat Cord Bockhop in diesem Zusammenhang gefordert, die Erntehelfer zu impfen. Auch eine komplette Schließung des Betriebs könne demnach erfolgen, sofern die verhängten Hygienemaßnahmen nicht greifen sollten.

Der im Städtedreieck Hannover, Bremen und Osnabrück in der Kirchdorfer Heide gelegene Familienbetrieb gilt dem NDR zufolge als größter Spargelhof in Niedersachsen. Seit über 40 Jahren werden von dem Unternehmen Spargel und saisonale Erzeugnisse wie Erdbeeren, Heidelbeeren und Bohnen angebaut. In der Saison werden dem NDR zufolge auf dem Hof viele Erntehelfer aus Osteuropa beschäftigt.

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