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NL: Exporteure spüren die Krise

Aalsmeer. Der Rückgang des niederländischen Exports von Blumen und Zierpflanzen (minus drei Prozent auf 5,316 Milliarden Euro, siehe Seite 1 „Blumenexport – deutliches Minus“) lässt sich auch aus den Zahlen über die Lieferungen nach Deutschland ablesen.

Laut der Exportstatistik des Marktverbandes HBAG Bloemen en Planten lieferten die niederländischen Exporthändler im Jahr 2008 Schnittblumen, Topf/Beetpflanzen sowie Jungpflanzen im Wert von 1,522 Milliarden Euro nach Deutschland. Dies entspricht einem Rückgang um 2,2 Prozent gegenüber 2007.

Die niederländische Exportstatistik nennt folgende Zahlen für die Lieferungen in einzelne Regionen Deutschlands:

• Nordrhein-Westfalen = 675,3 Millionen Euro (minus 0,3 Prozent);

• Süddeutschland = 308,9 Millionen Euro (minus 5,4 Prozent);

• Nord- und Nordwestdeutschland = 242,4 Millionen Euro (plus 2,7 Prozent);

• Ostdeutschland = 188,8 Millionen Euro (minus 4,2 Prozent);

• Südwestdeutschland = 107,7 Millionen Euro (minus 11,1 Prozent).

Speziell die Schnittblumenexporteure dürften mit der Entwicklung ihrer Lieferungen nach Deutschland nicht unzufrieden sein, denn in diesem Bereich sank der Exportwert nur um 1,1 Prozent auf 870,9 Millionen Euro. Dagegen verzeichnete der Schnittblumenexport nach Großbritannien ein Minus von 17,4 Prozent. Auffallend auch dass die Schnittblumenlieferungen nach Süddeutschland (plus 2,6 Prozent) sowie nach Nord- und Nordwestdeutschland (plus drei Prozent) sogar etwas zugenommen haben.

Bei den Topf- und Beetpflanzen weist die Statistik einen Rückgang der niederländischen Lieferungen nach Deutschland um 4,6 Prozent auf 604,2 Millionen Euro aus. Auch hierbei bringt der Blick in die Regionen durchaus Überraschungen. Sind die Topfpflanzenlieferungen nach Süddeutschland (minus 14,3 Prozent), Ostdeutschland (minus 13 Prozent) sowie Südwestdeutschland (minus 32 Prozent) doch kräftig zurückgegangen, so war bei den Lieferungen nach Nordrhein-Westfalen eine Zunahme um 3,4 Prozent möglich.

Der Export holländischer Jungpflanzen nach Deutschland stieg beachtlich um 7,7 Prozent (auf rund 47,2 Millionen Euro), und zwar am stärksten nach Nordrhein-Westfalen (plus 10,3 Prozent).

Der holländische Export von Blumen und Zierpflanzen – also Schnittblumen, Topf-/Beetpflanzen und Jungpflanzen – konzentriert sich auf Europa, zumal die Lieferungen nach Nordamerika um 19,5 Prozent sanken. Der gesamte Exportwert dieses Bereichs in Höhe von 5,316 Milliarden Euro verteilt sich wie folgt:

• Europäische Union = 4,689 Milliarden Euro;

• restliches Europa, einschließlich Russland = 466 Millionen Euro;

• Nordamerika = 80,2 Millionen Euro;

• Mittlerer Osten = 28,2 Millionen Euro;

• Ferner Osten = 27,5 Millionen Euro;

• Sonstige = etwa 25 Millionen Euro.

Entwicklung der Exporte in die zehn wichtigsten Empfängerländer (Zahlen auf- oder abgerundet):

1.) Deutschland = 1,522 Milliarden Euro (minus 2,2 Prozent)

2.) Vereinigtes Königreich = 766 Millionen Euro (minus 18 Prozent)

3.) Frankreich = 691 Millionen Euro (minus 1,9 Prozent)

4.) Italien = 350 Millionen Euro (minus 1,5 Prozent)

5.) Belgien = 230 Millionen Euro (plus 4,6 Prozent)

6.) Russland = 178 Millionen Euro (plus 17,5 Prozent)

7.) Dänemark = 152 Millionen Euro (minus 0,9 Prozent)

8.) Polen = 147 Millionen Euro (plus 31 Prozent)

9.) Schweiz = 140 Millionen Euro (minus 1,2 Prozent)

10.) Österreich = 137 Millionen Euro (minus 2,6 Prozent)

Polen ist damit vom zuvor zwölften auf den achten Platz gestiegen. Generell blieben die osteuropäischen Länder der große Wachstumsmarkt. Auffallend starke Zuwächse gab es außerdem bei den Lieferungen in Länder wie Vereinigte Arabische Emirate (plus 17,1 Prozent auf elf Millionen Euro) und Türkei (plus 22,9 Prozent auf 7,2 Millionen Euro).

Exporteure unter großem Druck

Laut Marktverband HBAG Bloemen en Planten bietet der Markt für Blumen und Pflanzen weltweit durchaus noch Wachstumsperspektiven. Der Druck auf den Groß- und Exporthandel, sich auf Gebieten wie Betriebsmanagement, Logistik und Kooperation weiter zu verbessern, sei jetzt aber sehr groß.