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NL: Unterglas-Produktion bis 2040 fossilfrei?

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LTO Glaskracht Niederlande macht sich für einen Gewächshaus-Gartenbau stark, der spätestens 2040 mit fossilfreier Energie arbeitet. Die Unterglas-Produktion ist und bleibt führend in der Nachhaltigkeit, aber der Übergangsprozess ist nur möglich mit Unterstützung der Regierung, sagt Sjaak van der Tak, Vorsitzender der Branchenorganisation.

Die Niederlande wollen darauf hinarbeiten, bis zum Jahr 2040 im Gewächshaus-Gartenbau komplett mit fossilfreier Energie zu produzieren. Foto: DutchScenery/Fotolia

Klimaabkommen für weitere Vereinbarungen

Das Vorhaben, Gewächshäuser im Jahr 2040 frei von fossiler Energie zu betreiben und die Kohlendioxid-Emissionen bis 2030 zu halbieren, stehe in Einklang mit der „Vision Responsibler Unterglasanbau“ von LTO Glaskracht. Ebenso passt das Thema zu den Zielen, bei denen das niederländische Landwirtschaftsministerium und die LTO Glaskracht im Programm „Gewächshaus als Energiequelle“ zusammenarbeiten.

Weitere Vereinbarungen zur Umsetzung dieser ambitionierten Ziele werden in einem Klimaabkommen getroffen, informiert die LTO Glaskracht. Man habe allerdings noch einen weiten Weg vor sich, um komplett mit fossilfreier Energie im Gewächshaus produzieren zu können, so der Vorsitzende.

Öko-Strom nicht immer ausreichend verfügbar

Die absolute Bedingung für die Branche sei die Verfügbarkeit von ausreichendem, von extern stammendem Kohlendioxid, um das jetzige CO2 aus Erdgas zu ersetzen. Zurzeit werden noch die bei der Verbrennung von Erdgas freigesetzten Rauchgase verwendet.

Möglich seien Lieferungen von Abfallunternehmen, von der Prozessindustrie und von Bioraffinerien, aber es müssten noch wesentliche Schritte unternommen werden, um diese für den Gewächshaus-Gartenbau verfügbar zu machen, meint van der Tak.

In der Zeit bis 2040 sieht er noch eine wichtige Rolle für die Wärmekraftkopplung bei den Unterglas-Betrieben, die auch belichten. Denn es ist noch nicht zu jeder Jahreszeit genügend Öko-Strom verfügbar.

Motto: „Gewächshaus als Energiequelle“

Um auf vorhandenen Öko-Strom aufzustocken, ist die Wärmekraftkopplung nach wie vor ein wichtiges Instrument, um flexibel auf Angebot und Nachfrage von Strom, aber auch von Wärme zu reagieren. Selbst bei vollständig fossilfreier Energie könne die Wärmekraftkopplung weiterhin eine Rolle spielen, so van der Tak. Nämlich bei der Verwendung von Biogas oder sogar Wasserstoff, welche die Grundlieferung flexibel und nachhaltig ergänzen könnten.

Um als Branche auf eine fossilfreie Gewächshaus-Produktion hin zu arbeiten, organisiert LTO Glaskracht unter dem Motto „Gewächshaus als Energiequelle“ verschiedene Treffen. Hier finden Gespräche mit Unternehmern über die Möglichkeiten in ihrer Sparte oder ihren Kulturen statt.

Darüber hinaus unterstützen Prozessmanager von LTO Glaskracht die Initiativen von Gärtnern, die in einem Energiecluster zusammenarbeiten möchten.