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NRW: Verdacht auf Feuerbrand nicht bestätigt

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Beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) sind zuletzt vermehrt Meldungen von welken oder abgestorbenen Obst- und Ziergehölzen eingegangen. Die Symptome ließen zunächst einen Befall mit der Feuerbrandkrankheit vermuten.

Feuerbrand an einer Cotoneaster-Pflanze, leicht zu verwechseln mit Pilzbefällen oder Trockenheitsauswirkungen. Foto: Andreas Vietmeier/ Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Hobbygärtner melden vermehrt Verdacht auf Feuerbrand

Die Meldungen häuften sich, vor allem besorgte Hobbygärtner in NRW haben sich beim Pflanzenschutzdienst der LWK NRW gemeldet und von ihren welken oder abgestorbenen Obst- und Ziergehölzen berichtet. Vor allem besorgt seien die Gärtner gewesen, da Recherchen der Symptome schnell zur Feuerbrandkrankheit führen, die vom Bakterium Erwinia amylovora ausgelöst wird. Die Krankheit befalle vor allem die Wirtspflanzen Apfel, Birne, Rot- und Weißdorn, aber auch Cotoneaster, Feuerdorn und Eberesche und führe an den Gehölzen zum Absterben von Trieben und Ästen. Typisch seien bei einem Befall welkende Äste und Triebe mit braun-schwarz verfärbten Blättern oder Blütenständen. Das erkrankte Gewebe ist von dem gesunden scharf abgegrenzt. Bei eintrocknenden Trieben biegt sich die Triebspitze nach unten. Die Blätter bleiben aber fest am Zweig.

Bekämpfung von Feuerbrand nicht möglich

Eine direkte Bekämpfung des Feuerbrandes sei laut LWK allerdings nicht möglich, was einen Befall auch sehr gefährlich macht. Damit sich die Krankheit nicht weiterverbreiten kann und weitere Pflanzen schädige, sollten erkrankte Triebe entfernt und anschließend auch direkt vernichtet werden. Um auch von den verwendeten Werkzeugen keine Gefahr ausgehen zu lassen, müssen die Schnittwerkzeuge nach dem Schnitt auch sofort desinfiziert werden.

Diagnoselabor gibt Entwarnung

Um Aufschluss über die Verdachtsfälle zu bekommen, wurden die eingesandten Verdachtsproben direkt ins Diagnoselabor des Pflanzenschutzdienstes der LWK NRW gebracht. Allerdings konnte dort keinerlei Nachweis über einen Befall mit Feuerbrand erbracht werden. Vielmehr vermutet man einen Befall mit Pilzen. Aufgrund des feuchten Wetters im Frühjahr hatten Pilze ideale Wachstumsbedingungen und da einige Pilzkrankheiten ähnliche Symptome verursachen, wie welkende Triebspitzen oder eintrocknende Zweige und Äste, sei von einem Pilzbefall auszugehen. Zusätzlich spiele die Trockenheit der vergangenen Jahre eine besondere Rolle, da Gehölze oftmals verzögert mit der Ausbildung von Trockenschäden reagieren. Auch können heiße und sonnige Tage im Anschluss an eine längere Regenperiode zu Schäden an Laubbäumen führen, die denen der Feuerbrandkrankheit ähneln.

 

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