Obst & Gemüse: Antarktis-Mission erfolgreich

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Das Gewächshaus Eden ISS des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erforscht die Nahrungsmittelproduktion unter lebensfeindlichen Bedingungen. Mit Jess Bunchek arbeitete eine NASA-Gastwissenschaftlerin nahezu ein Jahr in der Antarktis und ist zufrieden mit ihren Ergebnissen.

Nahrungsmittelproduktion der Zukunft

In erster Linie wird im Eden ISS-Gewächshaus geforscht, um Aufschluss über die Versorgung von Astronauten im All zu erhalten, aber auch um die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft zu erforschen (TASPO Online berichtete). Extreme Kälte und lange Dunkelheit während der Polarnächte bieten nicht gerade die besten Voraussetzungen für das Wachstum von Obst und Gemüse. In dem vollständig autarken Gewächshaus arbeitete die Botanikerin Bunchek fast ein Jahr lang und produzierte ohne Erde und mit künstlichem Licht zahlreiche Obst- und Gemüsesorten, sowie Kräuter. Es sei eine reichliche Ernte für die monatelang isolierte Überwinterungscrew eingefahren worden, heißt es von Seiten des DLR. Angebaut und geerntet wurden unter anderem Brokkoli, Blumenkohl und Kohlrabi. Dieser gemeinsame Testlauf von DLR und NASA zeige nun eine Perspektive für frische Nahrung bei zukünftigen Missionen zu Mond und Mars sowie für klimatisch anspruchsvolle Regionen auf der Erde auf.

Reichhaltige Ernte verschiedener Sorten

„Noch nie konnten wir mit EDEN ISS so viele verschiedene Gemüse- und Kräutersorten während einer Überwinterungsmission züchten“, sagt Dr. Daniel Schubert, Leiter des Projekts vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. Erfolg hatte Bunchek beim Anbau vieler verschiedener Sorten, so lieferte die „Española Improved“-Chili-Paprika für Würze und Vitamin C. Darüber hinaus baute die Botanikerin noch Tomaten, Gurken, Bohnen, Erbsen, Blattgemüse, Brunnenkresse, Rucola, Brokkoli sowie Blumenkohl, Mangold, Spinat, Kohlrabi, Pak Choi und Radieschen an. Bei den Kräutersorten war sie mit der Aufzucht von Minze, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin, Thymian und Oregano erfolgreich. „Ich bin erleichtert, wie gut die Pflanzen bisher gewachsen sind", freut sich die Botanikerin. „EDEN ISS ist einzigartig und bahnbrechend. Wir sammeln eine große Menge an Daten über die Leistung und Widerstandsfähigkeit des Systems, die Gesundheit und Produktion der Pflanzen, deren Umwelt und Mikrobiologie, zur Lebensmittelsicherheit, Ernährung und Psychologie der Besatzung sowie über die benötigten Betriebsmittel wie Strom und Wasser ebenso wie die benötigte Arbeitszeit.“

Crew hatte Herausforderungen zu meistern

Dabei hatte die Crew auch mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. So fegten die stärksten jemals in der Region gemessenen Stürme über die Forschungsstation hinweg. Die Wissenschaftler:innen konnten währenddessen ihre Unterkunft nicht verlassen, um ins Gewächshaus zu gehen, so dass dieses komplett aus dem Kontrollzentrum in Bremen gesteuert werden musste. „Das ist genau der Grund, warum ich hier bin, um zu lernen, wie wir Technologien einsetzen können, um unter extremen Bedingungen nahrhaftes Gemüse gedeihen zu lassen - sei es für eine Besatzung im Weltraum oder für Gemeinschaften, die mit dem Klimawandel zu kämpfen haben.“ Anfang 2022 wird Jess Bunchek die Antarktis verlassen und nach rund 14 Monaten in die Zivilisation zurückkehren.

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