Obstbau: Diebe räumen Obst-Plantagen leer

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Eimerweise lassen Diebe in Hessens Obst-Plantagen unter anderem Kirschen mitgehen. Foto: Pixabay

Obst-Diebe treiben in Rheinland-Pfalz und Hessen aktuell ihr Unwesen. Tütenweise klauen sie Äpfel, Kirschen, Aprikosen und Co., räumen zum Teil ganze Plantagen leer. Doch die Obstbauern sehen nicht tatenlos zu.

Kiloweise Obst in Rheinland-Pfalz und Hessen gestohlen

Ganze Arbeit leisteten die Obst-Räuber in Mainz-Finthen und pflückten sämtliche Aprikosen eines Obstbauern ab, wie die Allgemeine Zeitung berichtet. Rund 300 Kilogramm Früchte im Wert von etwa 1.500 Euro hätten die Diebe mitgehen lassen, schätzt der Geschädigte – und vermutet organisierte Täter, die „mit Kisten, Eimern und Transporter angerückt“ sein müssen.

Ähnlich groß angelegte Raubzüge haben auch Hessens Obstbauern schon erlebt, wie die Frankfurter Neue Presse berichtet. Vor drei Jahren etwa räumten Obst-Diebe in Friedberg-Ockstadt (Wetteraukreis) die komplette Kirschanlage eines Nebenerwerbs-Anbauers leer und hinterließen einen Schaden von bis zu 4.000 Euro.

Kein Einzelfall, schreibt die Frankfurter Neue Presse, denn in dem hessischen Städtchen geht der Obstklau regelmäßig um. 2016 gingen 15 Obst-Diebe in die Falle, in diesem Jahr liegen bereits 20 Anzeigen vor.

Hessische Obstbauern gründen „SoKo Kirsche“

Die Ockstädter Obstbauern haben sich deshalb zusammengetan und gehen abends in den Plantagen regelmäßig auf Patrouille. Via eigens gegründeter WhatsApp-Gruppe – Name: „SoKo Kirsche“ – halten die Hobby-Detektive dem Bericht zufolge Kontakt und informieren sich, sobald ein Obst-Dieb gesichtet wurde. Unterstützung bekommen sie zudem von einem professionellen Privatdetektiv, der gestellte Täter der Polizei übergibt.

Auf verstärkte Präsenz setzen ebenso die Obst-Produzenten in Bad Homburg, um den Obstklau zumindest etwas zu beschränken, schreibt die Frankfurter Neue Presse. Auch wenn man den Dieben – die zum Teil tütenweise Äpfel von den Streuobstwiesen auf dem Kirdorfer Feld entwenden – gegenüber mehr oder weniger machtlos sei, weil die Obstbauern die Verdächtigen zwar ansprechen, aber keine Personalien aufnehmen können.

Ordnungsamt kann nicht alle Obst-Diebstähle abdecken

In Mainz-Finthen wurden deshalb schon Forderungen nach einem Feldschütz laut, wie die Allgemeine Zeitung schreibt. Das zuständige Ordnungsamt hat für den Einsatz in den Feldern und den Landschaftsschutzgebieten jedoch lediglich zwei Mitarbeiter zur Verfügung – die neben den Obst-Diebstählen noch andere Aufgaben bewältigen müssen, wie der verantwortliche Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte gegenüber der Presse zu bedenken gibt.

Deshalb sein Tipp: Wer Obstklau im großen Stil beobachtet, sollte auf jeden Fall die Polizei einschalten.

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