Öffentliche Grünflächen in Städten sind systemrelevant

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Öffentliches Grün, wie hier der Englische Garten in München, sei laut aktuellen Forschungen systemrelevant. Foto: Michael Siebert / Pixabay

Als eine moderne Arche Noah bezeichnen Forscher der Technischen Universität Berlin öffentliche Parks und Grünflächen. Doch besonders in wachsenden Großstädten sollen diese grünen Freiräume häufig unter Druck stehen. Dafür, dass Grünflächen systemrelevant sind, liefern die Forscher nun drei Gründe.

Gesundheit fördern durch öffentliches Grün

Besonders die Corona-Krise zeige deutlich, dass Grünflächen in Städten systemrelevant sind. Das ist zumindest der Blickwinkel von Prof. Dr. Ingo Kowarik vom Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin. „Viele halten Grün in der kompakten Stadt der kurzen Wege für einen Luxus – wenn‘s enger für alle wird“, so Kowarik. Die aktuelle Corona-Krise zeige deutlich, wie wichtig Grün für eine zukunftsfähige Stadt sei. Derzeit sind die Parkanlagen Berlins oft überfüllt – nach Prof. Kowarik liegt das daran, dass Menschen dorthin gehen, weil es ihnen gut tut. „Seit langem ist wissenschaftlich bestens belegt, wie positiv sich urbanes Grün auf die psychische und physische Gesundheit auswirkt. Bewegung im Grünen und Kontakt zur Stadtnatur vermindern beispielsweise Herz-Kreislaufrisiken und Depressionen“, führt Kowarik aus.

Klimawandel grün lindern

„Mehrere Studien unseres Instituts haben gezeigt: Grüne Flächen machen Städte durch Verdunstung und Schattenwurf kühler, fördern Luftzirkulation und mindern den Hitzestress. Sie helfen auch, die Wassermassen bei immer häufigeren Starkregen zu bewältigen, entlasten die Kanalisation.“ Der Klimawandel beherrsche zurzeit zwar nicht mehr die Schlagzeilen, auf seinem alten Thron sitzt jetzt ein Virus, doch zukünftig werden Extremwetterphänomene die Menschheit immer stärker belasten und Lebenszeiten verkürzen. Urbanes Grün sei unverzichtbar für die allgemeine Anpassung von Städten an den Klimawandel und dessen Folgen.

Artenschutz durch grüne Städte

Wer Artenvielfalt vor allem auf dem Land, nicht aber in den Städten erwartet, liegt falsch. Städte können mit ihren diversen Lebensräumen sowohl Pflanzen als auch Insekten ein Habitat bieten. „Artenrückgang und Insektensterben werden besonders durch intensive Landnutzungen im ländlichen Raum angetrieben. Mit ihren naturnahen und kulturell geprägten Grünflächen bieten Städte dagegen vielen Arten eine moderne Arche Noah.“ Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann könnten nicht nur viele Insekten- und Pflanzenarten im urbanen Raum überleben, sondern auch mittlerweile selten gewordene Spezies.

Den ungekürzten Artikel lesen Sie in TASPO Ausgabe 26/2020, die in unserem Shop abrufbar ist.

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