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Öko-Test: Rosensträuße voller Pestizide

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Wer im Handel günstige Rosen kauft, erwirbt einen Cocktail von bis zu 20 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln gleich mit. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbrauchermagazin Öko-Test, das für seine aktuelle Ausgabe gebündelte Rosen und Rosensträuße von 14 verschiedenen Supermärkten, Discountern, Blumenladenketten und Gartencentern auf Pestizidrückstände untersucht hat.

14 fertige Rosensträuße hat Öko-Test auf Pestizidrückstände untersucht. Foto: Pixabay

Eingekauft wurde von den Öko-Testern bei Kaufland, Aldi Süd, Blume2000.de, Rewe, real, Penny, Edeka, Aldi Nord, Dehner, Lidl, Norma, Netto, Oranje Blumen und Globus. Die gebündelten Sträuße zu Preisen von 1,99 bis 5,99 Euro umfassten jeweils neun bis 20 einzelne Rosen, die im Labor eingehend auf Pestizidrückstände geprüft wurden.

Insgesamt 56 Pestizide in Rosensträußen nachgewiesen

Fündig wurden die Tester in sämtlichen Sträußen. „Insgesamt 56 Pestizide wurden nachgewiesen, darunter 19 besonders bedenkliche Mittel“, schreibt das Magazin. Negativer Spitzenreiter war hier der Strauß von Oranje Blumen mit 20 verschiedenen Pestiziden. Gleich acht Mal vergab Öko-Test das vernichtende Gesamturteil „ungenügend“ – auch, weil die betroffenen Anbieter „wenig Bemühung zeigen, etwas am Pestizideinsatz zu ändern, oder es zumindest nicht darlegen“, so das Verbrauchermagazin.

Testsieger mit der Gesamtnote „befriedigend“ ist der Strauß von Kaufland (13 Rosen für 1,99 Euro). Rein auf die nachgewiesenen Pestizidrückstände bezogen, erhielt der Strauß sogar als einziger im Test die Bewertung „gut“, weil lediglich geringe Rückstände von acht verschiedenen Pflanzenschutzmittel gefunden wurden, davon keine besonders bedenklichen Stoffe.

Rosenstrauß von Dehner schneidet „ungenügend“ ab

Der einzige Gartencenter-Strauß im Test von Dehner (zehn Rosen für 3,49 Euro) kam dagegen nicht über die Gesamtnote „ungenügend“ hinaus. Nicht nur, dass elf Pestizide – davon zwei bedenklich – nachgewiesen werden konnten (Note „ausreichend“). Auch fehlten seitens der Gartencenter-Kette unter anderem Angaben zum Herkunftsland der Rosen oder zur stichprobenartigen Überprüfung der in den Verkauf kommenden Blumen.

Mit den negativen Testergebnissen konfrontiert, rechtfertigte beispielsweise Aldi Nord den extrem hohen Gehalt nachgewiesener Pestizide gegenüber Öko-Test mit „Verwechslungen beim Packprozess in den Niederlanden“, die Ware stamme nicht von dem mit der MPS-Nummer deklarierten Erzeuger. Der Discounter habe daraufhin den Lieferanten gewechselt.

Und die Rewe-Group erklärte das nachgewiesene und als bedenklich eingestufte Pestizid Diazinon in den Rosen von Penny mit einer einmaligen Behandlung zur Bekämpfung von Thripsen, die notwendig war, um den Bestand zu retten, weil es „durch die Aufgabe eines benachbarten Betriebes und des damit fehlenden Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln“ zu einem erhöhten Befallsdruck gekommen war.

So bewerte Öko-Test die Pestizidbelastung der Rosensträuße im Einzelnen:

 

HändlerProduktPestizidbelastung
KauflandKaufland Rosenstrauß 13 Stiele in Farben (HO)gut
Aldi SüdAldi Süd Rosenbefriedigend
Blume2000.deBlume 2000 Gaia Art.Nr. 740ausreichend
REWERewe Fairtrade Rosen
Spice
ausreichend
PennyPenny Rosen 35 cmausreichend
DehnerDehner Rosenbundausreichend
NormaNorma Rosen 30 cmausreichend
RealFlower Stores Rosen 40 cm Fairtrade 13er Bundmangelhaft
LidlLidl Moosrosenmangelhaft
EdekaAfriflora Rosenungenügend
Aldi NordAldi Nord Rosenungenügend
Oranje BlumenOranje Rosen
„Marie-Claire“
ungenügend
GlobusVerdel Rosen 50 cmungenügend
NettoFlower Arts
Edelrosenstrauß
ungenügend