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Optieren oder pauschalieren?

Der Handel mit zugekaufter Ware wird in Gartenbaubetrieben ab 1. Juli 2008 generell der Umsatzsteuer-Regelbesteuerung unterworfen. Daraus ergibt sich für bisher pauschalierende Betriebe die Frage, ob sie zur Regelbesteuerung wechseln sollten.

Nach Einschätzung von Steuerberater Bertram Mayer (Stuttgart) dürfte es für die meisten Betriebe mit wenig Zukauf sinnvoller sein, bei der Umsatzsteuer-Pauschalierung zu verbleiben (die ab 1. Juli nur noch für die Eigenproduktion gilt). Bei größeren Betrieben mit viel Zukauf könnte sich eine Betriebstrennung in einen Gewerbe- und einen landwirtschaftlichen Betrieb anbieten. Der Gewerbebetrieb würde zur Regelbesteuerung optieren, der Betrieb mit Urproduktion weiterhin pauschalieren. Wichtig: Für Pflanzen gilt auch bei der Regelbesteuerung weiterhin der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent. Hartware und Dienstleistungen sind wie bisher mit einer Umsatzsteuer von 19 Prozent versehen. Pauschalierer unterliegen zukünftig den folgenden Regelungen: Pflanzen aus Eigenproduktion 10,7 Prozent Umsatzsteuer, Pflanzen aus Zukauf sieben Prozent, Hartwaren/Dienstleistungen an Nicht-Landwirte 19 Prozent. Zur Frage, welche Mehrwertsteuer an den Kunden ausgewiesen werden muss: In der Mehrheit der Betriebe wird sich die Lösung durchsetzen, glaubt Andreas Völlinger, Steuerberater aus Karlsruhe-Neurent, die gesamte gärtnerische Ware mit dem Ausweis von sieben Prozent Umsatzsteuer an Privatkunden zu verkaufen und nicht nach selbsterzeugter (10,7 Prozent) und zugekaufter Ware (sieben Prozent) zu unterscheiden. An Wiederverkäufer macht es dagegen immer Sinn, die eigenerzeugte Ware mit 10,7 Prozent Umsatzsteuer zu versehen. Mehr zum Thema in der aktuellen TASPO Ausgabe Nr. 20 auf Seite 3.