Papst empfängt Bündnis für bienenfreundliche Landwirtschaft

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Die Delegation der Europäischen Bürgerinitiative „Save bees and farmers – Bienen und Bauern retten!“, darunter Karl Bär (3. v. r.) und die Südtiroler Bio-Bäuerin Annemarie Gluderer (3. v. l.), in Rom. Foto: Francesco Alesi/Umweltinstitut

Eine Delegation der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten!“ wurde in der vergangenen Woche von Papst Franziskus empfangen. Dabei konnten die Bienenschützer dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ihre Botschaften für eine bienenfreundliche Landwirtschaft übergeben.

Papst Franziskus „dafür bekannt, ökologische Anliegen zu unterstützen“

„Papst Franziskus ist dafür bekannt, ökologische Anliegen zu unterstützen. In seiner Umweltenzyklika Laudato Si bezieht er ganz klar Position, wie wichtig der Schutz von Insekten ist – und kritisiert auch den übermäßigen Einsatz von Ackergiften. Das entspricht den Forderungen unserer Initiative“, erklärt dazu Karl Bär, Referent für Agrar- und Handelspolitik am Umweltinstitut München und Teil der EBI-Abordnung im Vatikan. Das Umweltinstitut gehört wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Pesticide Action Network (PAN), der Europäische Berufsimkerverband und viele weitere Akteure aus ganz Europa zum Träger- und Unterstützernetzwerk der Bürgerinitiative „Save bees and farmers – Bienen und Bauern retten!“.

Bürgerinitiative fordert Veränderungen in landwirtschaftlicher Produktion

Die 2019 gestartete Initiative setzt sich dafür ein, den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide EU-weit bis spätestens 2035 zu verbieten und Landwirte bei der Umstellung hin zu einer umweltfreundlicheren Produktionsweise zu unterstützen. Um ihren Forderungen gegenüber der EU-Kommission und dem Europaparlament mehr Gewicht zu verleihen, will die Initiative bis zum 30. September eine Million Unterschriften sammeln. „Ohne tiefgreifende Veränderungen unserer landwirtschaftlichen Produktion wird der Kollaps unserer Ökosysteme nicht aufzuhalten sein“, ist Bär überzeugt, der sich in Südtirol wegen einer Plakataktion gegen den übermäßigen Pestizid-Einsatz im Südtiroler Obstbau vor Gericht verantworten muss.

Idee für Papst-Audienz stammt von Südtiroler Bio-Bäuerin

Die Idee, das Anliegen der Bienenschützer bei Papst Franziskus vorzubringen, stammt laut Umweltinstitut von Annemarie Gluderer, Bio-Bäuerin aus Südtirol und italienische Vertreterin der Bürgerinitiative. Da Gluderers Anbauflächen im Vinschgau in der Vergangenheit bereits von Abdrift betroffen gewesen seien, kenne die Landwirtin die Probleme eines hohen Pestizid-Einsatzes im konventionellen Anbau demnach aus eigener Erfahrung. Auf ihrer Ende August gestarteten Reise im Wohnmobil nach Rom habe die Bio-Bäuerin Botschaften für den Papst gesammelt, die sie am 8. September während einer Generalaudienz übergeben konnte. „Wir waren uns überhaupt nicht sicher, ob wir Gelegenheit haben würden, persönlich mit dem Papst zu sprechen. Doch Papst Franziskus hat mir die Hand gegeben und ich konnte ihm von unserer Initiative berichten“, berichtet Gluderer. „Ich hoffe, dass diese Wertschätzung durch den Papst eine klare Botschaft an Menschen ist, denen die Schöpfung am Herzen liegt – und ein Signal nach Brüssel, die Rahmenbedingungen für eine bienenfreundliche Landwirtschaft und eine gesunde Umwelt zu schaffen.“

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