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Parkartig gestaltete Grabfelder - neue Anlage auf dem Friedhof Heidelberg-Kirchheim

In Kirchheim ist einer der 14 Friedhöfe im Stadtgebiet Heidelbergs. Kurz vor Weihnachten wurde dort ein neues parkartig angelegtes, von den Gärtnereien ganzheitlich gepflegtes Grabfeld eingeweiht. Es bezieht auch Erdbestattungen ein.

Die Friedhöfe in Heidelberg seien mehr als Begräbnisstätten, vielmehr zugleich touristische Attraktionen, betonte Bürgermeister Wolfgang Erichson bei der Einweihungsfeier. Er ist als Leiter des Dezernats IV unter anderem für das Landschafts- und Forstamt und damit für die Friedhofsverwaltungen zuständig.

Parkartig gestaltete Grabfelder mit geschwungenen Wegen und Beeten sind mittlerweile auf vielen Friedhöfen in Baden zu sehen. Sie ergänzen die Reihenanlagen, welche nur für Urnenbestattungen angelegt waren. In etwa 30 badischen Gemeinden, so schätzt Klaus Goerigk von der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner, sind momentan parkähnliche Grabfelder in Planung. Ein runder Brunnen aus Odenwälder Granit bildet den Mittelpunkt der 650 Quadratmeter großen Anlage auf dem Kirchheimer Friedhof. Nach nur vierwöchiger Bauzeit ist sie entstanden. Ende September hatte die Firma Schiller + Fath, ein Heidelberger Landschaftsbau-Unternehmen mit Friedhofsgärtnerei, mit dem Abschieben des Mutterbodens und den Aufschüttungen begonnen. Aus der zuvor weitgehend ebenen Grasfläche sollte ein topografisch angelegtes Gelände entstehen, mit dem besagten plätschernden Brunnen im Zentrum.

Drei frisch gepflanzte Ginkgo-Bäume bilden eine Dreier-Einheit als Symbol für die Dreieinigkeit. Ein großes Beet in der Mitte nimmt die Erdbestattungen auf. Euonymus als Bodendecker und eine Taxus-Reihe fallen ebenso auf wie die kiesbedeckten wassergebundenen Wege. Deren etwa 30 Zentimeter hoher Unterbau, so erläutert Helmut Fath, besteht unten aus Recyclingmaterial. Darauf kam eine fünf Zentimeter hohe Schicht Porphyr.

Die für die Bestattungen vorgesehenen, geschwungen gestalteten Beete haben einen Umfang von 400 Quadratmeter. Die schattigen Lagen im Randbereich sind mit Efeu bedeckt.

Vier Gärtnereien beteiligt

Dass in dem gärtnerbetreuten Grabfeld sehr unterschiedliche Gräbervarianten vorkommen, stellte Genossenschafts-Geschäftsführer Klaus Goerigk heraus. Neben den Erd- und Urnenbestattungen in Reihen- oder Wahlgräbern sind beispielsweise auch "Bestattungen unter'm Baum" sowie "Partnergräber" verfügbar. Dauer der Ruhezeit: 18 Jahre.

Vier Gärtnereien pflegen die Anlage im Auftrag der Genossenschaft. Es sind die Heidelberger Firmen Kamm, Farrenkopf, Reinhard sowie Schiller + Fath. Die Pflege erfolgt auf Basis der Pflegevereinbarung, die jeweils beim Graberwerb mit abgeschlossen wird. Die Investitionskosten beliefen sich auf etwa 30.000 Euro. Die Pflegekosten pro Grab variieren von 850 Euro (Bestattung am Baum) bis hin zu 4.000 Euro bei den Erdgräbern mit Blumen. Dazwischen gibt es diverse Varianten wie Urnenreihengrab grün (Pflegekosten = 1.000 Euro), Urnenreihengrab mit Blumen (1.400 Euro), Urnenwahlgrab (1.800 Euro), Erdbestattung grün (2.800 Euro), Partnergräber (3.100 Euro). Diese Angaben verstehen sich als reine Pflegepreise, also ohne Bestattungskosten und ohne Grabnutzungsgebühr.